Der Weidebauch beim Pferd – jeden Sommer wieder

Jedes Jahr mit Beginn der Weidesaison fangen die Bäuche unserer Pferde an zu wachsen und immer kugeliger zu werden. Vor allem Pferde die 24 Stunden auf der Wiese sind bekommen gerne einen Weidebauch oder auch Grasbauch. Aber woher kommt das, ist doch die Weidehaltung an sich die Haltung, die den natürlichen Bedürfnissen eines Pferdes am nächsten kommt.

Befragt man dazu das Internet, bekommt man teilweise widersprüchliche Aussagen über die Ursache des Weidebauchs. Da heißt es zum Beispiel die Pferde würden nicht satt werden vom Gras und deshalb eine so große Menge fressen, die den Bauch anschwellen lässt. Im Frühjahr, wenn das Gras noch jung ist, stimmt das bestimmt, denn dann ist der Rohfaseranteil noch sehr gering. Um satt zu werden brauchen Pferde viel Rohfaser, deshalb sollte man zu Beginn der Weidesaison auch immer Heu mit anbieten.

Dann wiederum findet man die Argumentation, dass älteres und überständiges Gras zu wenig Energie hätte und die Pferde riesige Mengen aufnehmen, aber nicht genügend Nährstoffe daraus ziehen. Das ein Sportpferd auf so einer Wiese nicht genügend Energie bekommt stimmt sicher, aber ein Weidebauch dürfte dann ja nicht entstehen, weil ja der hohe Rohfaseranteil von älterem Gras das Pferd satt macht.

Ursache für den Weidebauch / Grasbauch beim Pferd

Woher kommt also der dicke Bauch? Das Pferd nimmt vom Gras eine viel größere Menge auf, als wenn es Heu fressen würde, was wie gesagt mit dem Rohfasergehalt zusammen hängt. Alleine dadurch ist der Bauch schon stärker gefüllt. Gras hat außerdem einen hohen Wassergehalt, welches durch den Darm aufgenommen wird. Der Grasbauch ist also auch ein Wasserbauch. Nimmt man das Pferd von der Wiese runter, verschwindet die Kugel innerhalb von 1 – 2 Tagen wieder.

Bekommt ein Pferd einen Weidebauch, heißt es also nicht, dass es zu fett ist. Jedoch hat das Pferd vermehrt Gewicht mit sich rum zu schleppen und die Gelenke werden stärker belastet. Bei Sportpferden ist so eine dicke Kugel störend und mindert die Leistungsfähigkeit. Nun halten die wenigsten Turnierreiter ihr Pferd 24 Stunden auf der Weide, weshalb die dieses Problem meistens nicht haben. Aber was kann der Freizeitreiter, der seinem Pferd ein so artgerechtes Leben wie irgend möglich bieten möchte, nun tun, außer es nur stundenweise auf die Weide zu lassen?

Trotz 24 Stunden Weide hat die 20 Jahre alte Stute keinen Weidebauch

Trotz 24 Stunden Weide hat die 20 Jahre alte Stute keinen Weidebauch

Was tun gegen den Weidebauch

Auch hier findet man im Netz verschiedenste Ansätze um den Weidebauch zu bekämpfen. So wird zum Beispiel empfohlen dem Pferd Kraftfutter dazu zu füttern. Ich denke, das sollte man von Fall zu Fall entscheiden, denn bei leichtfuttrigen Pferden kann der Schuss durchaus nach hinten los gehen. Auch gibt es spezielle Weide-Ergänzungsfutter, die versprechen, dass die Grasaufnahme reduziert wird und dass weniger Wasser im Darm gespeichert wird. Wie in manchen Foren berichtet wird, scheint es bei einigen Pferden wirklich zu helfen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass die Pferde dann sehr viel weniger Gras fressen, aber dass weniger Wasser gespeichert wird, kann schon sein, wenn das Futter den Stoffwechsel anregt.

Die Stute hat dieses Jahr keinen Weidebauch

Meine persönliche Erfahrung, die ich dieses Jahr eher durch Zufall gemacht habe, möchte ich hier kurz schildern. Die Stute, die mit meinem Wallach zusammen im Offenstall lebt, ist eine recht kalibrige Hosteiner-Dame vom alten Schlag,  ähnlich wie mein lettisches Warmblut, der auch eher der Typ schweres Warmblut ist. Beide hatten im letzten Sommer dicke Weidebäuche, da sie von Mai bis Oktober 24 Stunden auf Wiese waren. Aber sie hatten nicht nur kugelige Bäuche, sie waren auch zu dick und vor allem die Stute hatte über Sommer ganz schöne Fettpolster aufgebaut. Im letzten Winter äußerte der Tierarzt den Verdacht, dass die 20 Jahre alte Stute EMS haben könnte, woraufhin ich der Besitzerin Kristallkraft No2 empfahl. Das Ergänzungsfutter ist speziell für solche schwerwiegenden Stoffwechselerkrankungen entwickelt. Mehr haben wir an der Fütterung nicht geändert, denn die Pferde bekommen sowieso nur Heu und keinen Hafer oder ähnliches Kraftfutter. Langsam aber stetig hat die Stute in den nächsten Wochen und Monaten abgenommen. Im April wagte ich es, sie langsam anzuweiden, habe aber dabei die Kristallkraft Dosis erhöht. Seit Anfang Mai sind die Pferde nun auf 24 Stunden Dauerweide und ich muss sagen, die Stute hat immer noch eine top Figur. Sie hat überhaupt keinen Weidebauch und auch sonst keine übermäßigen Fetteinlagerungen. Das Kristallkraft No2 habe ich wieder auf einen Becher reduziert, werde es aber den Sommer über beibehalten, um den Stoffwechsel zu unterstützen, denn dieser scheint im Moment so gut zu funktionieren, dass es zu keinen Wassereinlagerungen kommt und somit kein Weidebauch entsteht. Ein Übriges tun die Besitzer, die versuchen das Pferd so oft wie möglich zu reiten.

Das hat mich nun doch beindruckt. Auch mein 19 Jahre altes lettisches Warmblut bekommt jetzt zur Unterstützung Kristallkraft No2. Sein Weidebauch hält sich zwar in Grenzen, aber wäre ja schön, wenn er noch etwas weniger wäre. Außerdem sind gerade die älteren Pferde dankbar für so eine Unterstützung, denn der Stoffwechsel wird mit zunehmendem Alter etwas träge.

Ihre Stefanie Schünhoff

Avatar

Stefanie Schünhoff

Sie ist erfahrene Pferdefrau, Pferdetrainerin mit B-Lizenz sowie Turnierreiterin und bloggt für Kristallkraft.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.