EMS – das Equine Metabolische Syndrom

EMS gehört zu den sogenannten Wohlstandskrankheiten unserer Zeit. Ursache ist häufig eine Überversorgung von energiereichem Futter in Kombination mit Bewegungsmangel.

Was ist EMS eigentlich?

EMS ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der der normale Verdauungszyklus aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Fachbegriff für Stoffwechsel ist Metabolismus.

Der Stoffwechsel beim Pferd funktioniert vereinfacht dargestellt so:

Stoffwechsel

Stoffwechsel

Das Pferd nimmt Futter auf. Es sollte Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, Mineralien, Spurenelemente und Vitamine enthalten, wie sie in hochwertigem Heu vorhanden sind. Im Pferdemagen findet durch den Magensaft eine Verflüssigung und Absenkung im pH-Wert des Nahrungsbreis statt. Dieser gelangt weiter in den Darm, wo die Nährstoffe durch Enzyme aufgespalten werden. Aus dem aufgespaltenen Nahrungsbrei wird u. a. Glukose über das Blut zu den Zellen transportiert. Durch Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, kann die Glukose in den Zellen aufgenommen und gespeichert werden. Dies stellt eine Energiereserve dar und ist für unsere Pferde überlebenswichtig, da sie als Fluchttiere jederzeit auf eine schnell verfügbare Energiequelle zurückgreifen können müssen.

Dieser Kreislauf funktioniert problemlos, sofern die beiden Komponenten Futter und ausreichend Bewegung gegeben sind. Das Pferd bleibt gesund, wenn das aufgenommene Futter den Pferdekörper mit Energie versorgt und diese zur Verfügung stehende Energie auch regelmäßig durch Bewegung abgerufen wird.

Bei Pferden mit EMS funktioniert dieser Vorgang leider nicht mehr so problemlos. Häufig beginnt der Teufelskreis mit einem Überangebot an Futter. In der Regel sind dies Zusatzfutter wie Müsli, Möhren, Äpfel und Leckerchen. Parallel haben die betroffenen Pferde oft zu wenig Bewegung. Dadurch wird die in den Zellen gespeicherte Glukose nicht mehr vollständig abgerufen und zum Fettdepot im Bindegewebe umgewandelt. Das Pferd wird übergewichtig!

Wird an dieser Fütterung weiter festgehalten und das Pferd erhält nicht deutlich mehr Bewegung, bilden sich immer mehr Fettdepots. Diese haben nicht nur eine optische Bedeutung. Sie erzeugen Hormone, die einen negativen Einfluss auf den Stoffwechsel haben. Das kann dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel steigt und die Zellen nicht mehr auf Insulin ansprechen und eine Insulinresistenz auslösen. Das Immunsystem ist geschwächt und nicht zuletzt wird die Leber nachhaltig geschädigt. Das Pferd wird immer dicker und wirkt lustlos.

Auch werden die Muskelzellen nicht mehr mit Energie versorgt. Dadurch entstehen die optisch typischen Merkmale von EMS, die auffälligen Fetteinlagerungen an bestimmten Körperstellen.

EMS – Welche Pferderassen sind hauptsächlich betroffen?

Überversorgung führt zu Übergewicht beim Pferd und zieht weitere Krankheiten nach sich.

Überversorgung führt zu Übergewicht beim Pferd und zieht weitere Krankheiten nach sich.

Ihrer Natur entsprechend sind in erster Linie Robust- und Ponyrassen gefährdet. Aber auch alle anderen vorwiegend leichtfuttrigen Pferderassen können betroffen sein.

EMS  –  Welche Symptome zeigen betroffene Pferde?

  • auffällige Fetteinlagerungen über den Augen, an Hals, Brust, Mähnenkamm und Rücken sowie in der Nähe von Schlauch bzw. Euter
  • Muskelabbau
  • Unlust, Müdigkeit
  • vermehrtes Trinken, dadurch häufiger Harnabsatz
  • schlechtes Haut– und Fellbild
  • erhöhtes Infektionsrisiko
  • schnelles Schwitzen, auch bei wenig Arbeit
  • steigende Anfälligkeit für Hufrehe

EMS Labordiagnostik – Welche Blutparameter sollten untersucht werden?  

Recht aussagekräftig scheint der kombinierte CGIT Test (Glukose-Insulin-Test) zu sein. Bei der Blutentnahme sollten die Pferde möglichst nüchtern sein, d. h. wenig Heu und Stroh sowie kein Zusatzfutter vorher. Die entnommene Probe sollte gekühlt binnen 24 Stunden im Labor zur Untersuchung eintreffen, da Glukose sonst bereits abgebaut wird. Wenn dies nicht gewährleistet werden kann, sollte das entnommene Material tiefgefroren werden und auch so versendet werden. Zur Sicherheit empfiehlt sich eine Wiederholung nach etwa 3 Wochen.  Der Test sollte nicht in einer akuten Krankheitsphase vorgenommen werden.

Blutparameter, die für eine EMS-Erkrankung sprechen, sind unter anderem:

  • ein erhöhter Insulin-Spiegel (Hyperinsulinämie)
  • ein hoher Blutfettwert (Triglyceridspiegel), der ACTH-Wert ist eher im Normalbereich
  • manchmal findet man bereits Veränderungen bei den Leberwerten

EMS Diät – Macht es Sinn, mein Pferd auf Diät zu setzen und wenn ja, wie?

Eine artgerechte Haltung und Fütterung sind das A und O für ein gesundes Pferdeleben. Damit das Pferd abnehmen kann, sollten so wenig Fütterungspausen wie möglich entstehen. Das ist vergleichbar mit uns Menschen: wer hungert, kann nicht gesund abnehmen! Pferde sind eigentlich Dauerfresser, die sich über viele Stunden am Tag langsam auf der Weide bewegen, um Nahrung aufzunehmen. So kann man sich vorstellen, dass die Fütterung im Stall zu festen Mahlzeiten (morgens, manchmal nicht mal mittags sowie abends) den eigentlich auf permanente Verarbeitung ausgelegten Stoffwechsel des Pferdes durcheinander bringt.

Allerdings kann auch ein Überangebot von Raufutter in Form von Heu oder übermäßig viel Weidegras zu einem Übergewicht führen. Nicht immer ist die in Zusatzfuttern leicht verdauliche Stärke allein schuld.

Sind die Weidekumpels nicht auf Diät hilft eine Fressbremse bei dicken Pferden.

Sind die Weidekumpels nicht auf Diät, hilft eine Fressbremse bei dicken Pferden.

Bei einer 24/7-Heufütterung (Heu ad libitum) könnte beispielsweise der freie Zugang etwas erschwert werden, indem man den Heuballen mit einem nicht zu engmaschigen Netz versieht. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • die Pferde können immer fressen
  • die Pferde sind länger mit dem Fressen beschäftigt, erhalten aber trotzdem die Menge, die sie benötigen, um gesund abnehmen zu können
  • keine Heuverschwendung, da das Futter aus dem Heuballen ziehen und auf dem Boden verteilen nicht mehr möglich ist
  • es staubt weniger

Weitere Möglichkeiten: das Anbieten mehrerer Futterplätze, ggfs. mit weiteren Wegen zu den Wasser- und Futterplätzen sowie kleine Spiel- und Kratzmöglichkeiten, die zu vermehrter Bewegung animieren.

In der Weidezeit ist es natürlich doppelt schwierig, da hier sehr große Mengen an Gras gefressen werden können. Hier empfiehlt es sich, das Pferd, bevor es auf die Weide geht, satt mit Heu zu füttern und es nur wenige Stunden mit den Weidekumpels und einer Fressbremse auf die Wiese zu lassen.

Mehr Bewegung bedeutet, das der Stoffwechsel in Fahrt kommt. Gespeicherte Energie wird abgerufen, Muskeln werden beansprucht, die Aktivität des Pferdes wird gefördert und es kann dadurch GESUND abnehmen.

Bei Boxenhaltung ist es etwas schwieriger, aber da sind die Besitzer gefragt. Die Pferde eine Stunde am Tag kontrolliert laufen zu lassen, das reicht bei weitem nicht aus, um ein Pferd gesund abnehmen zu lassen. Genauso wenig aber auch eine Offenstallhaltung, bei der die Pferde auf dem Sandpaddock rumstehen. Gehen Sie ins Gelände, lassen Sie Ihr Pferd bergauf, bergab laufen und nutzen Sie ruhig auch mal unwegsames Gelände.

Kontrollieren Sie Ihre Zusatzfuttermittel auf versteckte Dickmacher – auch synthetisch hergestellte Vitamine und Spurenelemente gehören dazu, denn diese kann der Körper meistens nicht gut verwerten. Sie verbleiben im Körper und belasten den Organismus, der mit dem langsamen Stoffwechsel sowieso schon mehr als genug zu tun hat. Auf alles, was den Körper ungesund beansprucht, sollte verzichtet werden.

EMS – die wichtigsten Dinge in Kürze

EMS ist nicht heilbar. Es gibt keine Medikamente dagegen.

Die Ursachen der Krankheit können aber bekämpft werden. Das bedeutet:

  • eine dem Energiebedarf des Pferdes angepasste Fütterung, am besten Raufutter (Heu)
  • Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • den Stoffwechsel des Pferdes unterstützen

Entgiftung bei EMS ist sehr hilfreich

Da EMS eine Erkrankung des Stoffwechsels ist, eignet sich unser Kristallkraft No2 bestens zur Entgiftung. Bei der Reduktion von Gewicht können durch die Aufspaltung von Fettzellen Toxine entstehen. Diese werden durch Kristallkraft No2 direkt gebunden, bevor sie über die Entgiftungsorgane Leber und Niere verstoffwechselt werden müssen. Somit können sich Leber und Niere regenerieren. Durch die Regulierung des Säure-Basenhaushalts funktionieren körpereigene Prozesse wie der Stoffwechsel wieder besser und das Pferd hat es einfacher, natürlich und schonend abzunehmen. Als weiteres Hilfsmittel in Kristallkraft No2 steht ein Hefezellwandextrakt zur Verfügung. Dieses unterstützt die Verdauung. Ein gesunder Darm ist für eine geregelte Verdauung wichtig, so kommen auch unerwünschte Toxine schneller aus dem Körper.

Fazit:  Da EMS durch ein Futterüberangebot (damit ist nicht RAUFUTTER gemeint) und Bewegungsmangel ausgelöst werden kann, können alle Pferderassen betroffen sein. Reagieren Sie nicht erst auf das Übergewicht, wenn es bereits sichtbar ist. Wehret den Anfängen! Achten Sie auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Bewegung, der tatsächlichen Arbeit und dem Futter. Natürlich ist eine regelmäßige Gewichtskontrolle sinnvoll.

Nadin Uhlig

Nadin Uhlig

Die gelernte Tierarzthelferin, bei Geburt mit dem Pferdevirus infiziert, lebt und arbeitet für die Pferde.

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