Kotwasser bei Ihrem Pferd? Das sollten Sie jetzt beachten…

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen und somit auch die Weidesaison. Für die Pferde heißt das nun wieder Futterumstellung von Gras auf Heu oder Heulage. Gerade in den Wintermonaten haben jedoch viele Pferde immer wieder mit Kotwasser zu kämpfen. Im Darm wird das Wasser nicht richtig resorbiert und läuft dem Pferd vor und / oder nach dem Äppeln aus dem After und an den Hinterbeinen runter. Der Kot hat dabei oft eine normale Konsistenz, kann aber auch weich und breiig sein. Kotwasser ist sehr unangenehm für Reiter und Pferd, ständig sind die Hinterbeine und der Schweif vom braunen Kotwasser verklebt. Oft ist es unklar woher das Kotwasser kommt, man meint nichts an der Fütterung verändert zu haben und von einem auf den anderen Tag läuft dem Pferd plötzlich das braune Wasser an den Hinterbeinen runter. Einige Pferde haben fast ihr ganzes Leben Probleme damit, bei anderen tritt das Problem Phasenweise auf und verschwindet manchmal auch einfach wieder.

Woher kommt das Kotwasser bei Pferden

Leider können die Ursachen für Kotwasser sehr vielfältig sein, weshalb auch für jedes Pferd eine individuelle Therapie ausgearbeitet werden muss. Das Kotwasser selber ist lediglich ein Symptom das anzeigt, dass die Verdauung gestört ist. Irgendwo im Pferdekörper gibt es ein Ungleichgewicht, dieses kann sowohl physische als auch psychische Ursachen haben. Es sollte daher nicht nur das Futter kritisch betrachtet werden sondern auch das ganze Umfeld. Hat das Pferd vielleicht doch Stress weil es sich z.B. in der Herde nicht wohl fühlt oder weil es zu viele Stunden täglich alleine in der Box steht? Oder ist es im Training überfordert? Vielleicht kämpf der Körper auch gerade mit einem Infekt oder aber die Entgiftungsorgane sind überlastet. Die Ursache einzugrenzen gestaltet sich also sehr schwierig und oft denkt man nun eine Lösung gefunden zu haben, doch dann steht das Pferd 2 Tage später wieder mit Kotwasser verklebten Hinterbeinen da.

In der Box kann das Pferd nicht seine Bedürfnisse ausleben und kann Stress bekommen.

In der Box kann das Pferd nicht seine Bedürfnisse ausleben und kann Stress bekommen.

Die Haltungsbedingung prüfen

Pferde sind Herdentiere, stehen sie aber den ganzen Tag in der Box und können ihr Bedürfnis nach Bewegung und sozialen Kontakten nicht ausleben, bedeutet dieses Stress für die Pferde. Das kann schon eine Ursache für eine Verdauungsstörung und somit für Kotwasser sein. Doch auch in Gruppenhaltungen können Pferde Stress kriegen, wenn sie z.B. ständig von ranghöheren Pferden beim fressen gestört werden. Die Haltungsbedingungen sollten also so weit wie irgend möglich optimiert werden, wenn notwendig muss die Gruppe neu zusammengestellt werden oder auch der Stall gewechselt werden.

Hat das Pferd Stress im Training?

Man merkt es den Pferden nicht immer gleich an, wenn sie Stress beim täglichen Training haben, aber es gibt Symptome, die darauf hindeuten können. Äppelt das Pferd z.B. bei Training sehr oft, oder aber hält es sich so fest, dass es unter dem Reiter gar nicht äppeln kann? Oder schwitzt es bereits bei leichter Arbeit übermäßig stark? Grundsätzlich sind Pferde sehr arbeits- und auch lernwillig, doch manchmal werden sie überfordert oder aber sie verstehen die neue Lektion nicht auf Anhieb. Der vermeintliche Arbeitsunwille wird vielleicht noch falsch gedeutet und als Bockigkeit ausgelegt. Dieses kann auch Stress für das Pferd bedeuten, die Trainingsanforderungen sollten dann zurück geschraubt werden. Oft hat es sich bewährt einmal einen Schritt zurück zu gehen um dann wieder 2 Schritte vorwärts zu kommen. Auch Schrittpausen am hingegebenen Zügel helfen den Stresspegel während des Trainings zu senken, hat das Pferd dann einmal richtig tief durchgeatmet oder abgeschnaubt, kann es weiter gehen.

Wie ist die Fütterung?

Besonders wichtig bei Pferden mit Kotwasser ist natürlich die Fütterung. Auf Heulage oder Silage sollte in dem Fall verzichtet werden. Der ph-Wert im Darm wird durch das vergorene Futter in den sauren Bereich verschoben, so dass es zu einer Störung der Darmflora kommt. Für die Verdauung wichtige Darmsymbionten fühlen sich nicht mehr wohl und sterben ab. In der Folge werden Toxine freigesetzt und Leber und Nieren müssen Höchstleistung erbringen um die Giftstoffe wieder abzubauen.

Heu ist das Futter, das den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes am nächsten kommt, doch Heu ist nicht gleich Heu, auch hier muss unbedingt auf die Qualität geachtet werden. Verschimmeltes Heu darf auf keinen Fall verfüttert werden, denn die Pilzsporen schädigen nicht nur die Atemwege sondern auch die Darmflora. Außerdem sollte das Heu idealerweise von Wiesen stammen, auf denen auf den Einsatz von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird. Denn eventuelle Rückstände von solchen Mitteln können durchaus im Zusammenhang mit Kotwasser stehen.

Bei der Wahl des Kraftfutters sollte vor allem die Menge im Auge behalten werden. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist nicht ausgelegt auf diese großen Mengen an Energie und Kohlehydrate, die durch die Kraftfutter Fütterung ins Pferd gelangen. Es kann dann zu Fehlgärungen im Darm kommen und das Pferd übersäuert. Dieses wiederum kann Verdauungsstörungen und Kotwasser nach sich ziehen.

Die Zähne des Pferdes müssen regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden.

Die Zähne des Pferdes müssen regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden.

Hat das Pferd andere gesundheitliche Probleme?

Wenn das Futter vom Pferd nicht richtig gekaut und eingespeichelt wird, kann auch der Rest der Verdauung nicht richtig klappen. Die Zähne des Pferdes sollten deswegen regelmäßig kontrolliert und ggfs. auch korrigiert bzw. geraspelt werden.

Eine weitere Ursache für Kotwasser kann ein übermäßig starker Befall mit Parasiten sein. Leider lässt sich das bei unseren Hauspferden nicht vermeiden, denn sie kommen immer wieder mit ihrem Kot in Berührung, weshalb eine regelmäßige Entwurmung notwendig ist. In der Natur käme das nicht vor, denn Pferde sind Fernwandertiere und ziehen immer weiter.

Hat das Pferd wegen einer anderen Erkrankung Antibiotika bekommen, kann auch dieses die Verdauung stören. Das Antibiotikum greift nämlich nicht nur die krankmachenden Bakterien an, sondern auch die guten Darmbakterien. Der Wiederaufbau der Darmflora ist deshalb wichtig nach einer Antibiotikatherapie.

Die Entgiftungsorgane entlasten, Darmflora aufbauen

Die Leber ist das Hauptentgiftungsorgan im Körper, ist die überlastet versucht der Pferdekörper die Giftstoffe auf einem anderen Weg loszuwerden z.B. über Kotwasser oder Durchfall. Neben den vor genannten Maßnahmen wie Optimierung der Haltung, der Fütterung und des Trainings, sollte bei einem an Kotwasser erkrankten Pferd die Leber durch eine Entgiftungskur entlastet werden. Dafür eignen sich z.B. die vulkanischen Urgesteine Montmorillonit und Klinoptilolith. Diese haben eine extrem hohe und selektive Bindungskraft, d.h. Schadstoffe werden gebunden, Vitamine und Mineralien bleiben erhalten. Da die Giftstoffe bereits im Darm gebunden und hinausbefördert werden, werden Leber und Nieren entlastet und können sich regenerieren.

Eine  andere Möglichkeit ist die Entgiftung über Kräuter. Durch die Gabe spezieller Kräuter wird die Leber angeregt Toxine freizusetzen, ausleitende Kräuter helfen die Gifte aus dem Pferdekörper zu bringen. Die Kräuter können eine ideale Ergänzung zu der Entgiftung mit vulkanischen Urgesteinen sein.

Ein Tierheilpraktiker kann noch andere Wege der Entgiftung aufzeigen, so kann man z.B. mit Schüssler-Salzen arbeiten, mit Massagen, Akkupunktur oder Homöopathie. Die Behandlung sollte individuell auf das Pferd abgestimmt werden, manchmal macht es auch Sinn verschiedene Maßnahmen zu kombinieren.

Evtl. ist es noch notwendig dem Pferd etwas dazu zu füttern, was den Organismus dabei unterstützt, dass die Darmflora sich wieder regeneriert. Das kann man z.B. mit Kräutern, Milchsäurebakterien und Flohsamen oder mit effektiven Mikroorganismen machen, in manchen Futtermitteln sind auch bereits Probiotika enthalten, welche die Darmsanierung unterstützen. Auch hier kann ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker weiterhelfen, wenn es um die Wahl des richtigen Futterzusatzes geht.

Ihre Stefanie Schünhoff

 

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Stefanie Schünhoff

Sie ist erfahrene Pferdefrau, Pferdetrainerin mit B-Lizenz sowie Turnierreiterin und bloggt für Kristallkraft.

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