Mein Pferd ist unberechenbar

Dahinter steckte keine Böswilligkeit sondern die Rollkur

Mit Hilfe der Tierkommunikation konnte die Rollkur als Ursache aufgedeckt werden

Leider ist die Meinung immer noch weit verbreitet, dass ein Pferd, was nicht das macht, was sein Reiter von ihm fordert, nur seinen Dickkopf durchsetzen möchte. Die Pferdebesitzer mit solchen Pferden bekommen gerne von sogenannten Pferdekennern Sätze wie: Du musst ihm zeigen, wer der Chef sein soll. Oder: Der braucht eine Tracht Prügel, damit er dich anerkennt. Lass dich von dem nicht einschüchtern. Der will dich doch nur austesten. Oftmals werden die vermeintlich gut gemeinten Ratschläge auch umgesetzt. Ich wage zu behaupten, dass auf dieses Verhalten die folgenden Strafen für das Pferd nicht zum gewünschten Ziel führen.

Ich hatte schon viele Pferdebesitzer mit „schwierigen“ Pferden, die sich mit den gut gemeinten Ratschlägen nicht sofort anfreunden wollten. Mit Hilfe der Tierkommunikation versprachen sie sich, vielleicht doch Informationen über eventuelle Ursachen für das unberechenbare Verhalten Ihres Pferdes zu erfahren.

Und sie sollten Recht bekommen.

Das Pferd hatte oft plötzliche „Aussetzer“

Da war zum Beispiel der Wallach „Fair Play“. Die Besitzerin kaufte ihn als Dressurpferd. Es war Liebe auf dem ersten Blick. Sie war ganz begeistert von den Anlagen Ihres Pferdes. Doch an Turnieren konnte sie nicht mit ihm teilnehmen. Er fing beim Training ohne ersichtlichen Grund an, sich zu verweigern, steigerte sich in die Situation hinein und war dann nicht mehr reitbar, fast schon gefährlich. Sie beschrieb es so, als ob ein Schalter umgelegt würde. „Ich erkenne mein Pferd nicht mehr wieder. Ich bin schon ganz verzweifelt, da ich doch meine, einen guten Kontakt zu ihm zu haben.“ erzählte sie mir am Telefon. Nur Ihr „erlaubt“ er, auf ihm zu reiten. Zu fremden Menschen ist er äußerst misstrauisch und distanziert. Sie kennt die Ratschläge von anderen Dressurreitern in ihrem Stall und bringt es einfach nicht fertig, ihr Pferd für seine Aussetzer zu bestrafen. Sie spürt, dass das nicht richtig ist und bittet um Hilfe.

Mittels eines gesendeten Fotos konnte ich ziemlich schnell Kontakt zu „Fair Play“ bekommen. Er war zum Glück sehr gesprächsbereit und ich war selber erschüttert, was er auf meine Fragen antwortete.

Als wenn ein Schalter umgelegt wird, plötzlich bekommt das Pferd "Aussetzer" und ist kaum mehr reitbar.

Als wenn ein Schalter umgelegt wird, plötzlich bekommt das Pferd „Aussetzer“ und ist kaum mehr reitbar.

Ja, er weiß, dass er plötzlich ganz anders wird. Er kann es auch nicht ändern, er kann nichts dafür. Plötzlich kommt er in einen „Zwang“ hinein und spult sein Verhalten ab. Er bemüht sich, seine Reiterin nicht zu verletzen, sie hat damit gar nichts zu tun. Im Gegenteil, er ist sehr froh, bei ihr leben zu dürfen. Ihr vertraut er sehr und ist ihr sehr verbunden. (Da kam ein warmes liebevolles Gefühl bei mir an. Dieses Pferd hat ein großes Herz und gar kein Interesse, seiner Reiterin gegenüber ein Dominanzverhalten zu zeigen.)

Natürlich fragte ich auch nach den Hintergründen seines plötzlich unberechenbaren Verhaltens. „Fair Play“ war hier nicht so gesprächig. Er wollte nur ungern an seine Vergangenheit erinnert werden.

In der Vergangenheit wurde dem Pferd großes Leid beigefügt

Doch damit seine Reiterin ihn verstehen kann, begab er sich noch einmal in die Erinnerung und damit in einen alten Schmerz. Dieser Schmerz traf mich mit voller Wucht. Mein Rücken schmerzte, mein Kopf drückte und meine Seele wurde so tieftraurig. Dann bekam ich Bilder, die mich erschütterten.

Er stand im Stall, zusammengeschnürt, den Hals übertrieben gebogen, so dass der Kopf fast die Brust berührt. Das Pferd hat fürchterliche Schmerzen und bei jeder Bewegung, sich davon zu befreien, sich Erleichterung zu verschaffen, wird der Schmerz nur noch schlimmer.  Ein weiteres Bild: Das Pferd wehrt sich, will nicht aus seiner Box, hat Angst, hat Schmerzen. Es bekommt dafür Schläge, wird mit harten Mitteln gezwungen sich wieder der Tortur zu unterwerfen.

Anschließend: Das Pferd steht wieder in seiner Box, hat überall Schmerzen ist resigniert. Zieht sich innerlich zurück.

Hier der Zusammenhang:

„Fair Play“ wurde in Beritt gestellt. Bereiter arbeiten mit mehreren Pferden am Tag und für jedes Pferd bleibt nur eine gewisse Zeit übrig. Bei diesem Bereiter musste alles recht schnell gehen, es gibt oft wenig Verständnis für die unterschiedlichen „Befindlichkeiten“ der Pferde.

„Fair Play“ war anfangs guten Willens, alle neuen Lektionen zu lernen und gab sich sehr viel Mühe alles richtig zu machen. Doch er wurde gequält. Er und andere Jungpferde wurden einer Rollkur unterzogen. Es war für ihn grausam. Er verstand überhaupt nicht, wofür er bestraft wurde. Hat er doch alles mitgemacht, was von ihm verlangt wurde, so gut er eben konnte. Er begann sich gegen die nächsten Rollkuren zu wehren. Sie hörten nicht auf und die Schmerzen, die damit verbunden waren, auch nicht. So steht das Pferd in seiner Box und bekommt Angstzustände, wenn am nächsten Tag der Bereiter kommt und er mittlerweile mit diesen Menschen die fürchterlichen Schmerzen verbindet. Er wehrte sich immer heftiger, dafür bekam er Schläge und die Spirale schraubte sich weiter hoch.  Sein zuvor zugewandter Charakter wurde verschlossener und er fühlte sich von den Menschen enttäuscht und verraten. Er hatte die besten Absichten, doch ihm wurde nichts Gutes von den Menschen entgegengebracht.

So sieht eine Pferd aus, das Vertrauen zu seinem Reiter und keine Angst vor der Reiterhand hat.

So sieht eine Pferd aus, das Vertrauen zu seinem Reiter und keine Angst vor der Reiterhand hat.

Langsam baut das Pferd wieder Vertrauen auf

Halbfertig ausgebildet wurde er zu einem günstigen Preis verkauft, da sein Charakter so “dickköpfig“ ist. Er eignet sich eben nicht für den Dressursport. Von seiner neuen Besitzerin erfuhr er das erste Mal von einem Menschen einen freundlichen und liebevollen Umgang. So fasste er wieder Vertrauen zu einem Menschen. Nach einiger Zeit zeigte er auch, dass er gerne und freudig mitarbeitet und seine guten Anlagen auch zum Tragen kommen können, mit Geduld und Zeit. Doch durch kleine Reize wird er an seine frühere Ausbildung erinnert und sofort „muss“ er das gesamte Programm abspulen. Er kann es nicht unterbrechen. Er weiß auch ganz genau, dass seine jetzige Besitzerin nichts damit zu tun hat.

Mit diesen Informationen kontaktierte ich seine Besitzerin, die ihr Pferd in meinen Beschreibungen sofort wiedererkannte. Sie war sehr froh, sich nicht von den anderen „Ratgebern“ beeinflusst haben zu lassen. Nun konnte Sie ihr Pferd verstehen und wusste, warum er sich plötzlich so verändert. Wir versuchten zusammen nach den Auslösern zu suchen, doch weder Sie noch „Fair Play“ hatten eine Antwort darauf.

Hier hat die Tierkommunikation Ihre Grenze: „Fair Play“ hat ein Trauma erlitten. Wie leider viele seiner Leidensgenossen, die in Beritt gegeben werden. Mit mehr Zeit für das einzelne Pferd und die entsprechende Geduld hätte man mit „Fair Play“ ein Dressurpferd, dass bereit ist, für seinen Reiter alles zu geben. – Und damit ein verlässliches Turnierpferd unter dem Sattel, dass seinen Reiter nicht im Stich lassen würde.

 

Leider ist „Fair Play“ kein Einzelfall. Zahlreiche Pferde sind durch die harte Schule verschiedener Berittställe gegangen und haben hier ein Trauma erlitten, dass sie ihr ganzes Leben mit sich tragen werden. Einige Pferde bekommen auch körperliche Beschwerden. Davon mehr in einen nächsten Bericht.

Die Tierkommunikation kann kein Trauma aus der Psyche löschen oder heilen.

Hier verweise ich auf Menschen, die auf der seelischen Ebene arbeiten, gerne in Kombination mit Zusatzfutter, das die Psyche des Pferdes bei Stresssituation entlastet und stabilisiert. Hier habe ich mit Kristallkraft Mentale Balance schon gute Erfahrungen gemacht.

Bei Interesse kontaktieren Sie mich gerne.

Ihre Tatjana Jensen

Tatjana Jensen

Tatjana Jensen

Sie ist Freitzeitreiterin und Naturpädagogin mit forstwirtschaftlichem Hintergrund und bloggt für Kristallkraft.

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