Tierkommunikation beim Pferd deckt Trauma auf – Frühe Trennung des Fohlens

Traberstute Moonlight zeigt plötzlich eine Wesensveränderung

Moonlight ist eine Traberstute, die als Freizeitpferd geritten wird. Sie war schon immer gegenüber Menschen zurückhaltend und brauchte lange, um Vertrauen zu ihrer jetzigen Besitzerin aufzubauen. Moonlight Besitzerin hat inzwischen ein inniges Verhältnis zu Ihrer Stute entwickelt. Da ihre Stute plötzlich so teilnahmslos und traurig wirkt, bat sie mich um eine Tierkommunikation, um den Hintergrund herauszufinden. Aus beiden Augen laufen richtige Tränen; eine Bindehautentzündung wurde ausgeschlossen. Auch ihr Verhalten als Leitstute ihrer kleinen Herde hat sich verändert, unter ihresgleichen zieht sie sich ebenfalls zurück und sondert sich ab.

Moonlight sondert sich von ihrer Herde ab und wirkt teilnahmslos.

Moonlight sondert sich von ihrer Herde ab und wirkt teilnahmslos.

Tierkommunikation bringt alte Verletzungen ans Tageslicht

Den Kontakt zu Moonlight konnte ich schnell herstellen. Sofort fühlte ich ihren unendlichen Schmerz und ihre tiefe Trauer, so dass mir selbst Tränen in die Augen schossen. So eine tiefe Trauer und Verzweiflung hatte ich während all meiner Tierkommunikationen noch nicht erlebt.

Auf die Frage, was Moonlight so traurig macht, antwortete sie sofort: Ihr Mensch hat ein Fohlen bekommen und dies erinnerte sie an ihr einziges Fohlen, dass ihr so früh weggenommen wurde. Außerdem hatte sie sich so viel Mühe als Traber gegeben – und ihr wurde doch nie eine echte Chance gegeben. Ihre Bemühungen und ihre Arbeit waren vergeblich. Das löst in ihr diese abgrundtiefe Trauer aus.

Ich konnte mir die Antwort nicht erklären, da ihre Besitzerin ein Alter hatte, das ein Baby ausschließen lässt.

Nachdem ich die Antwort aus der Tierkommunikation der Besitzerin wiedergab, stellte sich folgendes heraus:

Die Pferdebesitzerin erklärt die Gesamtproblematik von Moonlight

Sie hatte wie vermutet kein Kind bekommen, sondern ihre Enkeltochter war zu Besuch gewesen und zusammen unternahmen sie mit Moonlight einen langen Spazierritt. Ihr Mensch wusste außerdem, dass ihre Stute als Traber trainiert, aber aufgrund eines Sehnenschadens ausgemustert wurde. Wegen ihrer guten Anlagen sollte mit ihr gezüchtet werden. Sie bekam ein Hengstfohlen, umsorgte es liebevoll, doch im zarten Alter von 6 Monaten trennte man die Stute vom Fohlen. Der Züchter verkaufte Moonlight und sie sah ihr Fohlen von einem Tag auf den anderen nie wieder.

Nun erschloss sich mir ein Gesamtbild und ich konnte sehr gut nachempfinden, was Moonlight auf seelischer Ebene durchmachen musste. Sicherlich musste sie auch die frühe Trennung von ihrer Mutter erleben. Anschließend machte sie in ihrer Jugendzeit die Erfahrung, dass die Mühe, die sie sich während des Trabrenntrainings gab, vergeblich war. Endlich bekam sie dann einen Trost dafür, ihr eigenes Fohlen – Der Trost sollte sich bald in ein Trauma verwandeln; die frühe Trennung ihres Fohlens nach ca. 6 Monaten. Sie hat nur Enttäuschungen durch Menschen erfahren.

Durch die liebevolle Fürsorge ihres Menschen war es Moonlight möglich, sich seelisch zu stabilisieren und sich wieder einem Menschen zu öffnen. Mit dem Besuch der Enkelin wurden alte Wunden aufgerissen und ihr Schmerz kam mit großer Wucht an die Oberfläche. Der tat ihr so weh, dass sie richtige Tränen vergoss. Ich habe diesen Schmerz selbst gefühlt und musste weinen, obwohl ich in keiner Weise ihr Schicksal teile.

Moonlight ist seelisch belastet und wirkt introvertiert.

Moonlight ist seelisch belastet und wirkt introvertiert.

Da es für die Besitzerin zur Zeit nicht möglich ist, ein Fohlen zu halten, wird Moonlight auf energetischer Ebene behandelt, um ihr seelisches Gleichgewicht wieder herzustellen.

Fazit

Mit dieser sehr emotionalen Tierkommunikation möchte ich die Frage aufwerfen, welchen Sinn es macht, Fohlen von ihren Müttern schon mit 6 Monaten zu trennen, wenn die Folgen oft Traumata oder Magenbeschwerden bei den Müttern aber auch bei den Fohlen sind. Mit dieser gängigen Praxis, Fohlen so früh von den Müttern zu trennen, sorgen wir selbst für Probleme im Umgang mit unseren Pferden.Hieran möchte ich folgendes Thema anknüpfen, dass mir bei anderen Tierkommunikationen immer wieder begegnet ist:

Magenprobleme bei Pferden durch frühes Absetzen im Fohlenalter

Mir ist aufgefallen, dass bei vielen Tierkommunikationen die Pferde nach der Frage, ob sie körperliche Beschwerden haben, sehr häufig Magenbeschwerden aufzeigten. Oftmals war das gar keine direkte Frage ihrer Menschen, die ich stellen sollte. Nachgefragte Themen waren z. B. die seelische Verfassung, nicht erklärliche Verhaltensmuster oder offensichtliche körperliche Auffälligkeiten wie z.B. Unlust bei der Arbeit, die teilweise auf Arbeitsverweigerung aufgrund der Pubertät geschoben wurden.

Viele dieser Auffälligkeiten waren mit Magenbeschwerden begründet. Aufgrund der Häufigkeit fing ich an, mich für die Ursache zu interessieren. Mir war klar, dass die Pferde Stress haben oder gehabt haben mussten. Ich wollte wissen, wo der Grundstein für die Magenproblematik im jeweiligen Pferdeleben gelegt wurde.

Im Gespräch der jeweiligen Pferdebesitzer über das Ergebnis der Tierkommunikation gab es unter anderem Hinweise über schlechte Haltungsbedingungen der Vorbesitzer oder die Pferde kamen mit Problemen aus dem Beritt wieder. Die meisten Pferdebesitzer aber meinten, dass ihr Pferd gar keinen Stress bei ihnen hätte und sie sich gar nicht vorstellen konnten, dass ihr Pferd Magenprobleme haben könnte; Haltung und Fütterung schlossen dies tatsächlich aus. Da viele von ihnen nicht vom Züchter, sondern sich ein eingerittenes Pferd aus zweiter oder dritter Hand gekauft hatten, gab es keine Informationen über die Haltung während der Aufzucht.

Ich machte es mir bei den nächsten Tierkommunikationen mit Magenbeschwerden zur Regel, abzufragen, ob das Pferd in seinem Leben Stresssituationen ausgeliefert war. Dabei fragte ich gezielt nach der Gegenwart, der Jugend und der Kindheit.

In den meisten Fällen bekam ich Bilder von abgesetzten Fohlen, die verzweifelt nach ihrer Mutter riefen und sie diese suchten. Sie kamen sich hilflos und allein vor. Dabei war es egal, ob sie in einer Fohlenherde, allein auf dem Paddock standen oder ob sie zur Trennung in einen Pferdeanhänger zu einem neuen Besitzer weggebracht wurden. Die Gefühle waren die gleichen.

Fohlen sind auf die Fürsorge der Mutter auch im Alter von 6 Monaten angewiesen.

Fohlen sind auf die Fürsorge der Mutter auch im Alter von 6 Monaten angewiesen.

Sie alle vermissten die Fürsorge, die Wärme und den Schutz ihrer Mütter. Die Mütter sind es doch, die ihren Fohlen Sicherheit vermitteln, wenn sie sich fürchten. Durch das Verhalten und die Erziehung ihrer Mütter lernen sie Situationen richtig zu bewerten und selbstsicher in den verschiedensten Situationen zu reagieren. Das macht sich später auch als Reitpferd bemerkbar. Diese Pferde sind in der Regel nicht so schreckhaft und unsicher, da sie ein gutes Grundgerüst (Vertrauen) von Haus aus mitbekommen haben.

Machen wir uns doch mal bewusst, was es bedeutet, wenn die gängige Praxis angewendet wird und ein Fohlen von seiner Mutter im zarten Alter von 6 Monaten getrennt wird. Nicht allein, dass wir ihnen die nährhafte Muttermilch entziehen, die immer noch als wichtige Nahrung neben dem Raufutter steht. Das sind doch noch Kinder, die gerade mal selber essen gelernt haben und nun meinen wir, die sind doch schon groß, die kommen schon alleine klar. Am besten viele Fohlen zusammen sperren, dann sind sie nicht alleine. Nach 14 Tagen haben sich dann alle beruhigt.

 

Ich bin mir aufgrund meiner Erkenntnisse aus der Tierkommunikation sicher, dass mit dieser Methode (die ja gängige Praxis ist) der Grundstein für die Magenproblematik und die Unsicherheit in neuen Situationen im Umgang mit dem Pferd gelegt wird. Wie viele Pferde haben Magenprobleme, sind überdurchschnittlich nervös oder leiden an Verdauungsproblemen, die immer häufiger zunehmen. Hinzu kommt noch der oft schwierige Umgang beim Reiten.

Wir sollten nicht den Fehler machen und unterschätzen, wie sensibel die Mutter-Fohlen-Bindung ist und welche seelischen und körperlichen Schäden es mit sich zieht, wenn wir Fohlen so früh von Ihrer Mutter trennen.

Wie sieht es denn in der freien Wildbahn aus.

Im Alter von 6 Monaten sind die Fohlen eigentlich noch ganz auf die Fürsorge der Mutter angewiesen und lange noch nicht erwachsen. In der freien Wildbahn werden sie erst abgesetzt, wenn das nächste Fohlen geboren wird. Solange werden die Fohlen noch intensiv von Ihrer Mutter betreut. Viele Stuten dürfen ganz in der Herde ihrer Mütter bleiben und die Junghengste werden frühestens mit der Geschlechtsreife bzw. mit Interesse an den Stuten vom Leithengst vertrieben – und das passiert erst bei einem Alter deutlich über 6 Monaten!

Wenn wir diesen Hintergrund in Betrachtung ziehen, sollten wir die „gängige Praxis“ vieler Züchter neu überdenken und zum Wohle der Pferde und Pferd-Mensch-Beziehung eine empathische Lösung finden. Ein richtiges Management ist wichtig, um Stress und deren Folgen vorzubeugen.

 

Ihre Tatjana Jensen

 

Tatjana Jensen

Tatjana Jensen

Sie ist Freitzeitreiterin und Naturpädagogin mit forstwirtschaftlichem Hintergrund und bloggt für Kristallkraft.

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