Winterausritt ohne zu frieren

Noch haben wir zwar keine Minusgrade, aber die Temperaturen sind im einstelligen Bereich angekommen und ich friere beim Ausreiten! Natürlich ziehe ich eine warme Jacke an, aber was nützt das, wenn man nur eine normale Reithose an hat, die gerade so viel wärmt wie eine dünne Strumpfhose oder Leggins. Ich friere mir da im wahrsten Sinne des Wortes den Hintern ab und meine Oberschenkel mutieren zu Eisbeinen. Einmal richtig durch gekühlt hilft nur eine sehr lange und sehr, sehr heiße Dusche.

Als erste Maßnahme habe ich nun meine Winterreithose wieder raus geholt. Dieses ist eine Hose aus Softshell Material, also etwas dicker und an der Innenseite angeraut wodurch sie besser isoliert. Solange wir keine Minusgrade haben, komme ich mit der Reithose ganz gut klar. Nur eine Sache stört mich, in dem Bereich in dem der Vollbesatz ist, ist kein Softshell und da ist es kalt! Aber gut, meistens sitzt man ja auf dem Bereich, außer bei der Stallarbeit und beim putzen. Diese Winterreithosen bekommt man inzwischen überall und in allen möglichen Farben, der Preis liegt um die 100,- €.

Um bei Minusgraden auszureiten wird aufgerüstet

Warme Reitschuhe oder Stiefel

Da ich eine Frostbeule bin aber gerne bei jedem Wetter ausreite, habe ich eine Auswahl an wärmender Ausrüstung für fast jede Temperatur. Bei Minusgraden greife ich z.B. zu anderen Schuhen. Die Lederstiefeletten haben dann Pause und die dicken Reitwanderschuhe kommen zum Einsatz. Die haben eine dicke Gummisohle und sind so warm gefüttert, dass sie bei Plusgraden viel zu warm sind, aber für den Winter optimal geeignet sind. Über diese Schuhe passen auch die meisten Chaps noch drüber und es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen und Preisen, zwischen 50,- € und 170,- € ist alles möglich. Wer auch im Winter nicht auf Reitstiefel verzichten möchte, kann sich auch gefütterte Reitstiefel zulegen. Halbwegs vernünftige Stiefel fangen ebenfalls bei ca. 50,- € an, nach oben ist die Preisspanne jedoch wesentlich höher. Für gute Markenreitstiefel können auch schnell mal 300,- € ausgegeben werden.

In den klassischen Lederreitstiefel friert man schnell im Winter.

In den klassischen Lederreitstiefel friert man schnell im Winter.

Warme Beine

Wird es an den Beinen trotz Softshellreithose zu kalt, versuche ich es zunächst mit einer langen Unterhose oder Skiunterhose. Da kann man handelsübliche nehmen oder aber spezielle aus dem Reitsportbedarf. Vorteil bei den langen Reitunterhosen ist, dass sie an den Beininnenseiten keine drückenden Nähte haben und dass ein Steg unter dem Fuß die Hose am hochrutschen hindert. Je nach Ausführung und Material liegt die Preisspanne bei 15,- € bis 80,- €, wobei die teuren Hosen dann aus hochwertiger Merinowolle sind.

Damit aber noch nicht genug, mein Schwachpunkt im Winter sind ja wie gesagt die Beine, darum habe ich auch noch eine dicke Thermoreithose, welche man über die normale Reithose drüber zieht. Diese Hosen sind zwar nicht besonders kleidsam, auch betonen sie nicht die Figur sondern geben einem eher die Optik eines Michelin-Männchens, aber sie sind schön warm! Da ich relativ groß bin, brauche ich meistens XL in der Thermohose, weil sie mir sonst zu kurz ist. Aber XL ist dann nicht nur die Länge der Hose, sondern auch die Breite. Ein Glück habe ich ein Modell mit Hosenträgen entdeckt, sonst würde ich die Hose beim laufen verlieren. Zwischen 40,- € und 70,- € muss man in so eine Hose investieren.

Warme Jacken und Pullover

Oben herum geht es weiter mit einem wärmenden Unterhemd, T-Shirt, Fleece Pullover, Weste, Schal und dicker Jacke. In diesem Bereich gibt es eine schier unendliche Auswahl, so dass ich hier keine Preisangaben machen kann. Auch die Auswahl an Materialien ist groß, von Funktionswäsche, über Fleece-Shirts bis hin zu regendichten und atmungsaktiven Jacken.

Winterreithandschuhe

Bleiben noch die Hände, ich reite in der kalten Jahreszeit mit dicken 5-Finger Winterreithandschuhen. Zum Ausreiten sind die okay, will man jedoch Dressur auf Kandare reiten, sollte man doch auf die normale Sommervariante zurückgreifen um mehr Gefühl in den Fingern zu haben. Die Preise für Winterreithandschuhe gehen rauf bis 60,- €, ich habe mich für die mittlere Preisklasse von 30,- € entschieden und bin sehr zufrieden mit den Handschuhen. Wer auch in den 5-Finger Winterreithandschuhen friert, für den gibt es noch Fäustlinge zum reiten. Die sind noch etwas wärmer, weil die Finger sich gegenseitig wärmen. Ausprobiert habe ich die Fäustlinge noch nicht, da ich selten kalte Finger kriege, wenn ich aktiv reite. Mache ich nur einen Schrittausritt, kann das natürlich schon mal sein, dass die Hände kalt werden.

Schwachpunkt Ohren, es gibt Ohrenwärmer die man an der Reitkappe befestigen kann.

Schwachpunkt Ohren, es gibt Ohrenwärmer die man an der Reitkappe befestigen kann.

Warmer Kopf

Über den Kopf geht die meiste Wärme verloren, darum ist es im Winter wichtig diesen warm zu halten. Beim reiten hat man ja normalerweise eine Reitkappe auf, welche schon sehr gut isoliert und auch vor Regen schützt. Kritisch ist es immer an den Ohren, da diese unter der Kappe hervor stehen. Hier gibt es Ohrenwärmer, welche man an der Kappe oder direkt an den Ohren befestigen kann. Auch gibt es kombiniert Hals- und Ohrenwärmer, diese werden wie ein Schlauchschal über den Kopf gezogen und bedecken Hals, Ohren, Mund und Nase. Für 5,- € bis 15,- € gibt es praktikabel Modelle.

Reitmantel

Ich bin fast am Ende mit meiner Winterausrüstung, aber ein Teil habe ich noch für die extra kalten Tage. Einen langen, dicken, wattierten Reitmantel. Wer einmal einen langen Mantel getragen hat weiß, dass dieser wesentlich mehr wärmt als eine gleich dicke Jacke. Der Effekt ist ähnlich wie bei den Fausthandschuhen. Die gesamt Körperwärme wird unter dem Mantel eingefangen und es bildet sich ein warmes Luftpolster rund um den Körper. Sitzt man auf dem Pferd, kommt noch die aufsteigende Körperwärme des Pferdes dazu. Auch werden beim reiten die Beine gut abgedeckt. 80,- € bis 140,- € kostet so ein Mantel. Toll sind auch die Wachsmäntel, die gibt es ebenfalls in der Winterausführung mit einem dicken Futter und sie sind außerdem Regendicht. Ich habe mal einen mehrstündigen Silvesterritt bei Schneeregen gemacht, da hat der Mantel super Dienste geleistet. In der Pause wurde er kurzerhand zur Pferdedecke umfunktioniert und auf die verschwitzten Pferde gelegt, während wir in der warmen Gaststätte Mittag gegessen haben. Der Preis für so einen Wachsmantel liegt bei ca. 130,- €, dann ist der Mantel jedoch meistens nicht gefüttert. Die teureren Modelle für ca. 230,- € haben dann die Möglichkeit ein Winterfutter einzuknöpfen, welches nochmals ca. 90,- € kostet. Also eine kostspielige Angelegenheit, aber ich war an dem Silverstertag sehr froh, so einen Mantel zu haben (leider nur geliehen).

 

Ihre Stefanie Schünhoff

 

Stefanie Schünhoff

Sie ist erfahrene Pferdefrau, Pferdetrainerin mit B-Lizenz sowie Turnierreiterin und bloggt für Kristallkraft.

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