Umstellung auf Barhuf – was hilft dem Pferd – was muss beachtet werden

Umstellung auf Barhuf – was hilft dem Pferd – was muss beachtet werden

14. April 2021
Lesezeit:2 Minuten

Eine Umstellung auf Barhuf ist bei fast allen Pferden möglich. Pferde werden heute selten so genutzt, dass der Abrieb höher ist als das Wachstum. Und nur davor schützt der Beschlag: vor zu viel Abrieb. Bei Distanzpferden oder bei Kutschpferden mag ein Hufschutz sicher sinnvoll sein, doch die meisten Pferde sind mindestens an den Vorderhufen, oft auch an den Hinterhufen, beschlagen. Oft kriegen Pferde in Verkaufsställen Hufeisen, weil es besser aussieht, oder die Knieaktion höher ist. Die neuen Besitzer hinterfragen es selten und so wird das Pferd immer wieder beschlagen, obwohl es ohne Hufeisen vielleicht viel besser und gesünder laufen würde.

Barhuf bringt Pferd und Reiter viele Vorteile

Barhufpferde fühlen, wo sie hintreten und laufen dadurch umsichtiger. Ich freue mich z. B. jeden Winter wieder, wenn ich mit meinem Pferd durch den Schnee reiten kann. Der Schnee stollt nicht unter den Hufen auf. Auch über vereiste Flächen läuft mein Pferd zwar vorsichtig, aber sicher. Für die Beine und Gelenke des Pferdes ist es gesünder, denn der Huf ist auch Stoßdämpfer. Außerdem schont es den Geldbeutel des Pferdebesitzers. Hufeisen bringen noch viele weitere Nachteile, wie z. B. die erhöhte Verletzungsgefahr für Artgenossen. Auch der Hufmechanismus wird weitgehend ausgeschaltet, wodurch die stoßdämpfende Wirkung und die Durchblutung des Hufes herabgesetzt wird und die Hornqualität abnimmt. Der Huf ist ein wichtiges Stoffwechselorgan, ist der Hufmechanismus gestört, ist der gesamt Stoffwechsel gestört. Das Pferd wird anfällig für Erkrankungen.

Was muss beachtet werden bei der Umstellung?

Nach der Abnahme der Eisen befindet sich das Pferd in der Rehabilitation, denn die Hufhornqualität ist unter dem Beschlag schlecht geworden und muss sich regenerieren. Das Pferd wird anfänglich fühlig laufen und muss das Barhuflaufen neu lernen, daher sollte es sich viel frei bewegen können. Das Pferd sollte die ersten Wochen nur leicht gearbeitet werden und beim reiten sollten Schötterböden und steinige Böden gemieden werden, bis sich gesundes und hartes Horn gebildet hat. Ansonsten riskiert man eine Huflederhautentzündung. Auch wird der Huf in den ersten Monaten vermehrt ausbrechen, hauptsächlich im Bereich der Nagellöcher, denn hier ist das Horn am meisten geschwächt. Wer eine Raspel und einen Hufbock im Stall hat, kann dieses schnell selbst wieder glatt raspeln.

Muss bei der Umstellung auf Barhuf anders gefüttert werden?

Allein durch die Tatsache, dass beim Barhufpferd der Hufmechanismus wieder voll funktioniert, wird der Huf bereits besser durchblutet und das Horn besser genährt. Eine ausgewogene Fütterung ist außerdem wichtig. Bewährt hat sich die Fütterung von vulkanischem Urgestein um Giftstoffe zu binden, so wird der Stoffwechsel unterstützt und die Hornqualität verbessert sich.

Die Umstellung auf Barhuf kann einige Zeit dauern. Manche Pferd laufen bereits nach kurzer Zeit wieder problemlos über Stock und Stein, andere brauchen etwas länger. Viel Bewegung ist in dieser Phase das allerwichtigste. Der Hufmechanismus muss arbeiten, damit die Durchblutung wieder richtig in Gang kommt. Schließlich braucht der Huf ca. 1 Jahr, bis er komplett einmal durch gewachsen ist, aber das Durchhalten lohnt sich. Meine Pferde reite ich seit vielen Jahren Barhuf und selbst nach einem 3-tägigen Wanderritt über 80 km waren die Hufe meines Pferdes zwar etwas stärker abgerieben, sind aber um so schneller wieder nachgewachsen.

Ihre Stefanie Schünhoff

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top