Winterpaddock – auch in der kalten Jahreszeit brauchen Pferde täglich Auslauf

Winterpaddock – auch in der kalten Jahreszeit brauchen Pferde täglich Auslauf

5. November 2014
Lesezeit:3 Minuten

Nun hat für unsere Pferde die Paddockzeit angefangen. Die Wiese am Hof ist inzwischen doch zu feucht und bereits sehr durch die Pferdehufe strapaziert, so dass ich nun die Pferde tagsüber auf den Paddock lasse. Einige Vorbereitung sind dafür natürlich auch zu treffen und einige Dinge zu beachten. Der Paddock sollte so beschaffen sein, dass die Pferde sich jeder Zeit gut aus dem Weg gehen können. Außerdem muss gewährleistet sein, dass auch rangniedrige Pferde an Futter und Wasser kommen.

Wie groß muss ein Winterpaddock sein?

Der hintere Teil, wo die Raufe steht, kann abgesperrt werden.
Der hintere Teil, wo die Raufe steht, kann abgesperrt werden.

Unser Paddock wurde dieses Jahr neu angelegt, das heißt, es wurde neuer Sand aufgefahren und er wurde neu eingezäunt. Ringsherum haben wir im Abstand von jeweils 4 Metern Eichpfähle gesetzt. Dann habe ich überall Isolatoren eingeschraubt und 3 Reihen Elektroseil gespannt. Da der Paddock auch als Reitplatz genutzt wird, kann man den hinteren Teil noch einmal quer abtrennen. Möchte jemand reiten, sperrt er die übrigen Pferde in den hinteren Teil und macht nach dem Reiten den Zaun einfach wieder auf. Ist alles offen, ist der Paddock ca. 1000 m² groß. Für 4 Pferde ist das eine gute Größe.

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat mal ein Merkblatt zur „Gestaltung von Pferdeausläufen“ herausgegeben, wo einige Richtzahlen für die Mindestgröße von Ausläufen drin stehen. Demnach sollte ein Auflauf für 3 bis 5 Pferde mindestens 300 m² groß sein. In den „Orientierungshilfen Reitanlagen- u. Stallbau“ der FN wird eine Auslaufgröße von 10 x 30 m empfohlen, damit die Pferde auch die Möglichkeit haben, ein paar Galoppsprünge zu machen. Dieses sind, wie gesagt, Mindestmaße, welche gerne überschritten werden dürfen.

Fütterung der Pferde auf dem Winterpaddock

Da unsere Pferde den ganzen Tag draußen auf dem Paddock bleiben, brauchen sie natürlich was zu fressen. Aber wie füttere ich am besten das Heu, ohne dass die Pferde es in den Matsch treten oder es bei schlechtem Wetter nass wird? Für mich gibt es da nur eine praktikable Lösung, eine 2 x 2 m große Heuraufe, mit Dach, in die auch große Quarder- und Rundballen rein passen. Die Raufe hat 12 Fressplätze, da sollten 4 Pferde gleichzeitig Platz finden. Ich habe mich für eine Raufe mit einem sogenannten Palisadenfressgitter entschieden. Bei dieser Variante müssen die Pferde nicht mit dem Kopf zwischen den Gittern durch zum Fressen. Lediglich im Halsbereich werden sie links und rechts von den Palisaden begrenzt, wenn sie den Kopf zum Fressen senken.

Da gibt es sicher verschiedene Meinungen, welches Fressgitter besser ist, aber ich habe immer das Bild vor Augen, dass die Pferde mit dem Kopf zwischen den Gittern stecken, sich erschrecken und zurück springen und dabei mit dem Kopf an den Gittern anschlagen. Beim Palisadenfressgitter passiert das so schnell nicht. Dafür krümeln die Pferde wahrscheinlich mehr Heu daneben.

In die Heuraufe mit Palisadenfressgitter passen auch große Ballen.
In die Heuraufe mit Palisadenfressgitter passen auch große Ballen.

Wer sich so eine Raufe neu bestellt, sollte darauf gefasst sein, dass diese in Einzelteilen ankommt. Ein wenig handwerkliches Geschick, sowie ein kräftiger zweiter Mann ist schon gefragt, um die Raufe zusammen zu bauen. Ich habe dieses mit dem Sohn meines Lebensgefährten gemacht und nach ca. 3 Stunden stand das „Monster“. Ist die Heuraufe nämlich einmal moniert, ist sie nur noch mit einem Trecker zu bewegen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollt die Raufe gleich dort aufbauen, wo sie schließlich stehen soll.

Auch Wasser brauchen die Pferde natürlich auf dem Paddock. Ich habe in eine Ecke des Paddocks eine alte Zinkwanne gestellt, welche ich regelmäßig mit dem Wasserschlauch befülle. Die Wanne habe ich extra so weit weg wie möglich von der Heuraufe gestellt, damit die Pferde einen Bewegungsanreiz haben und nicht den ganzen Tag nur an der Rauf stehen und sich die Bäuche voll schlagen.

Pflege des Paddock

Die alte Zinkwanne ist eine super Pferdetränke.
Die alte Zinkwanne ist eine super Pferdetränke.

Auch ein noch so guter und wasserdurchlässiger Paddockboden wird irgendwann matschig, wenn er nicht richtig gepflegt wird. Wichtig ist das regelmäßige Absammeln der Pferdeäppel, so kann man die Lebensdauer des Bodens schon erheblich verlängern. Bei uns auf dem Paddock ist das Laub ein großes Problem. So schön wie die großen, schattenspenden Bäume im Sommer sind, die Massen an Laub, die im Herbst runterfallen, werden irgendwann zu Humus und dann wird es matschig. Zur Pflege gehört auch regelmäßiges abschleppen des Paddocks. Der Boden sollte möglichst glatt gehalten werde, so wird vermieden, dass sich in Kuhlen das Wasser sammelt und diese in der Folge dann zu Matschlöchern mutieren.

Ich hoffe, dass sich unser neu angelegter Paddock diesen Winter bewähren wird und unsere Pferde sich auch die nächsten Winter dort vergnügen können. Bisher scheint es ihnen jedenfalls sehr gut dort zu gefallen.

 

Ihre Stefanie Schünhoff

2 Kommentare zu „Winterpaddock – auch in der kalten Jahreszeit brauchen Pferde täglich Auslauf“

    1. Stefanie Schünhoff
      Stefanie Schünhoff

      Wir haben den Boden so belassen wie er ist, dort stand früher mal eine Scheune, und haben nur den Sand oben aufgefahren.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top