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Magengeschwüre bei Pferden haben viele Gesichter

Magengeschwür und Magenprobleme sind sehr häufig bei Pferden

Magenprobleme Pferd

Pferde fühlen sich wohl in der Herde

Hatten Sie auch schon einmal mit Magenproblemen bzw. Magengeschwür bei Ihren Pferden zu tun? Vielleicht ahnen Sie nicht, dass bestimmte Symptome und Verhaltensweisen Ihres Pferdes mit dem Magen zu tun haben. Wußten Sie, dass der Magen eine ausgesprochene Schwachstelle bei Pferden ist?

Die Haltung Ihres Pferdes wirkt sich auf sein Wohlbefinden aus

Magengeschwür Pferd

Magengeschwür Pferd

Die modernen Haltungsformen von Pferden und die damit verbundene Fütterung gehen häufig nicht konform mit den natürlichen Anforderungen von Pferden. Vergegenwärtigen Sie sich einmal folgende Zusammenhänge: Der Pferdemagen ist im Verhältnis zum Gesamtkörper relativ klein und somit auf ständige Nahrungsaufnahme ausgelegt. Während beim Menschen Magengeschwüre im Zusammenhang mit dem Bakterium Helicobacter Pylori auftreten, konnte man bei Pferden bislang keine Bakterien als Auslöser von Gastritis nachweisen. Allerdings sind feststehende Ursachen neben Stress, Haltungs- und Fütterungsfehlern auch die dauerhafte Gabe von Medikamenten (z. B. Wurmkuren, Antibiotika) sowie Vitaminmangel. Um einen gesunden Magen zu behalten benötigen Pferde unbedingt ausreichend Zink, Mangan und Vitamin B12. Achten Sie also bei der Futterauswahl auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen, Mineralien und Spurenelementen, da unsere heutigen Pferdeweiden nicht zuletzt wegen der Monokulturen und extremen Düngung nicht mehr die nötige Vielfalt aufweisen.

Speichel neutralisiert die Magensäure

Um eine korrekte Verdauung zu gewährleisten, wird kontinuierlich Magensäure produziert. Damit es zu keiner Übersäuerung des Magens kommt, nimmt das Pferd in der Natur in erster Linie Raufutter zu sich, das im Mund durch langes Kauen gründlich eingespeichelt wird. Der dadurch angeregte Speichelfluss neutralisiert gleichzeitig die Magensäure. So ist das Pferd ständig in Bewegung, es benutzt seine Kaumuskeln, der Magen hat permanent zu tun. Das ist der natürliche Zustand für Pferde. Leider wird dies in der Pferdefütterung nicht immer berücksichtigt. Oft wird zuviel Kraftfutter gegeben, zu viele verschiedene Sorten von Ergänzungsfutter gleichzeitig, und dabei zu wenig Raufutter.

Naturnahe Haltung und Ernährung

Moderne Stallhaltung

Wenn einem Pferd etwas „sauer aufstößt“, ist das nicht immer sichtbar. Magenprobleme können sich sehr unterschiedlich äußern. Leider schlagen Fehler in der Pferdehaltung als Erstes auf den Magen. Er ist immer noch auf das Wildpferdleben zugeschnitten, das heißt: fast rund um die Uhr gemütlich Gräser zupfen und unterwegs sein. Um Ihr Pferd langfristig gesund zu erhalten, sorgen Sie bitte für eine möglichst naturnahe Haltung und Ernährung. Die Mühe lohnt sich, denn bald jedes zweite Freizeitpferd leidet unter Magengeschwüren. Bei wirklich artgerechter Haltung sind sie eine Seltenheit.

Magengeschwüre entstehen bei Pferden leider häufiger als man denkt. Der Pferdemagen ist noch ein Wildpferdmagen und nicht für Stallhaltung, Kraftfutter und Turniere konstruiert. In einigen wissenschaftlichen Studien wurde die Häufigkeit von Magengeschwüren beim Pferd untersucht. Der Trend geht dahin, dass etwa bereits 25 bis 50 Prozent aller Fohlen krank sind, sowie nahezu jedes zweite Freizeitpferd, etwa zwei Drittel der Sportpferde und nahezu jedes Rennpferd. Das finde ich wirklich alarmierend.

Was passiert im Pferdemagen?

Magengeschwüre gehören leider zu den häufigsten Magenerkrankungen beim Pferd. Mehr oder weniger tief greifende Verätzungen der Magenschleimhaut entstehen durch eine Überproduktion von Magensäure. Die Ursache für diesen Überschuss sind meist ungeeignetes Futter, Stress oder zu lange Fresspausen. Die Magensäure greift die Magenschleimhaut an und verletzt diese so stark, dass sich Entzündungen und Geschwüre bilden.

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Magengeschwüre haben viele Ursachen

Pferde sind Dauer- und Langsamfresser. Je weiter sich der Lebensstil eines Pferdes von seiner ursprünglichen Lebensweise entfernt, desto größer ist die Anfälligkeit für Magenprobleme. Denn der Pferdemagen ist relativ klein und immer noch auf das Wildpferd ausgelegt. Die Hauptursachen für Magenprobleme sind Fütterungs- und Haltungsfehler, aber auch intensives Training und Stress.

Es kann an der Rasse liegen

Auch die Rasse ist ein Risikofaktor: Vollblüter leiden besonders häufig unter Magengeschwüren. Dies kann ursächlich auch mit der Tatsache zusammenhängen, dass Vollblüter überproportional häufig im Leistungssport eingesetzt werden mit allen damit zusammenhängenden belastenden Folgen für die Pferde und den Pferdemagen. Magensäurehemmer vom Tierarzt helfen zwar schnell im Akutfall, sind aber nicht für die Daueranwendung geeignet, da sie langfristig die Magenschleimhaut sogar schädigen können, ganz zu schweigen von den Folgen für die Darmflora. Aber Sie können sehr viel tun, um Magenproblemen vorzubeugen oder Ihrem Pferd beim Heilungsprozess zu helfen.

Falsches Futter begünstigt Magengeschwüre bei Pferden

In der Natur fressen Pferde sehr langsam und bis zu 18 Stunden am Tag raufaserreiche Nahrung, so dass der Magen fast nie leer ist. Der Pferdemagen ist auf diese Lebensweise abgestimmt. Wildpferde sind immer in Bewegung, der Magen ist klein, nimmt ständig kleine Futtermengen auf und benötigt dauerhaft kleine Mengen Magensäure. Genau dieses System funktioniert nicht mehr, wenn Pferde zu wenig Bewegung haben, große Mengen Kraftfutter auf einmal bekommen oder zu viel Stress haben.

Doch nicht nur die Fressdauer, sondern auch die Zusammensetzung des Futters spielt eine Rolle. Pferde fressen Getreide schneller, können es aber schlechter verdauen, weil der Magen nicht auf so viele leicht lösliche Kohlenhydrate ausgelegt ist. Darum hat Raufutter einen doppelten Vorteil: Das Pferd produziert mehr Speichel, weil es langsamer frisst, gleichzeitig ist der Magen länger gefüllt. Mit einem Kilogramm Heu ist ein Pferd etwa 40 Minuten beschäftigt und produziert dabei vier- bis fünfeinhalb Liter Speichel. Die gleiche Menge Krippenfutter futtert das Pferd in zehn Minuten, wobei nur ein Liter Speichel fließt. Kurzum: Sorgen Sie für freien Zugang zu Raufutter und Wasser, sparen Sie beim Leistungsfutter und ermöglichen Sie Ihrem Pferd viel Bewegung.

Magenprobleme beim Pferd

Transport ist Stress für Pferde

Pferde leiden leise

Der Magen produziert Magensäure, die nicht zum Einsatz kommt, um Nahrung zu verdauen und greift die Magenschleimhaut an. Auf Dauer können Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und in letzter Konsequenz Magengeschwüre (Ulcus ventriculi) die Folge sein. Für Ihr Pferd bedeutet dies ständige Schmerzbelastung und damit Stress. Das ohnehin wie bei allen Fluchttieren empfindliche Nervenkostüm leidet darunter sehr. Vermeintliche Unarten wie Koppen, Weben, Schlagen oder auch Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unruhe sind häufig ein Hinweis auf eine Magenproblematik. Ihr Pferd hat Schmerzen und bittet Sie so um Hilfe.

Stress schlägt auf den Pferdemagen

Grundsätzlich können Pferde mit akutem Stress gut umgehen, da sie als Fluchttiere Stress als Überlebensmechanismus in der Wildnis dringend brauchen. Dieser kurzfristige Stress geht aber vorüber und wird durch innere Abläufe des Nervensystems reguliert. Gefährlich wird es für den Magen bei anderen Stressarten:

  • Leistungsdruck erhöht das Risiko für Magenprobleme bei Pferden Da intensives Training und Wettkämpfe mit erhöhtem Stress verbunden sind, steigt bei Sport- und Rennpferden während der Trainingsphase das Erkrankungsrisiko. Bei Weidepferden sind Magengeschwüre eine Seltenheit, Traber und Galopper indes sind zu neunzig bis hundert Prozent betroffen.
  • Sozialer Stress kann zu Magengeschwüren bei Pferden führen Auch die Lebensumstände können Stress verursachen. Unsere Pferde haben ein sehr empfindliches Nervenkostüm. Sozialer Stress kann unterschiedlichste Ursachen haben: ein ungeliebter Boxnachbar, ungeliebte Betreuer, Rangordnungskämpfe, fehlende soziale Kontakte mit Artgenossen oder Langeweile. Jedes Pferd reagiert auf seine Weise. Es kann aggressives, aber auch apathisches Verhalten zeigen oder sich bestimmte „Macken“ zulegen. Vermeintliche Unarten wie Beißen, Schlagen oder Flehmen sind häufig Stresssignale. Wir sollten sie daher nicht als „schlechte Angewohnheiten“, sondern als Warnsignale verstehen. Weitere Stresssignale können das Schlagen mit dem Schweif, Zähneknirschen, Nasekräuseln, angelegte Ohren, nervöses Ohrenspiel, ein Blick, der das Weiße in den Augen zeigt, oder aber auch Teilnahmslosigkeit sein)
  • Stress durch Schmerzen Pferde haben nahezu keine Schmerzlaute. Wir können Schmerzen am sichersten an ihrer Körpersprache ablesen. Schlecht sitzende Sättel oder Trensen können ebenso Schmerzen auslösen wie chronische Schmerzerkrankungen.
Magen-Nerven-Spirale

Die Magen-Nerven-Spirale

Umgekehrt kann auch sozialer Stress zu einer Übersäuerung des Magens führen und die gleichen Symptome hervorrufen. Haben Pferde Stress – und dies kann Stress in der Herde sein, Leistungsstress oder auch Stress ausgelöst durch Transporte, Umstallung oder Halterwechsel reagiert der Magen sofort mit Übersäuerung. Dies führt zu vermehrter Magensäureproduktion und damit Übersäuerung, die sich wieder auf die seelische Verfassung auswirken. Keinesfalls sind hier nur Sportpferde betroffen, auch Freizeitpferde und Schulpferde leiden viel häufiger an Magenproblemen als viele Pferdehalter glauben. Sogar bei Fohlen kommen Entzündungen der Magenschleimhaut sehr häufig vor, vor allem nach dem Absetzen von der Mutterstute.

Magen und Nerven sind bei Pferden eng verknüpft

Pferd koppt

So schlägt sich eine Magenproblematik automatisch auch auf den Nerven nieder. Jeder, der selbst einmal mit Sodbrennen oder Magenschleimhautentzündung zu tun hatte, kann dies gut nachvollziehen. Neueste Forschungen auf dem Gebiet der Neurogastroenterologie (Lehre von den Zusammenhängen zwischen Gehirn, Magen und Darm) haben gezeigt, dass die Nervenzellen der Verdauungsorgane unmittelbar mit den Nervenzellen im Gehirn verknüpft sind. So wirken sich Verdauungsstörungen auch unmittelbar auf die Psyche aus und führen zu seelischen Verstimmungen.

Hilfe, mein Pferd koppt! Kann das am Magen liegen?

Die schlichte Antwort lautet: Ja, es kann. Viele Pferdebesitzer wissen oft gar nicht, dass Ihr Pferd ein Magenproblem hat und tun Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel Koppen und Zähneknirschen als Untugend ab. (Beim Koppen spannt das Pferd die untere Halsmuskulatur kräftig an und zieht den Kehlkopf zurück. Das dabei entstehende Geräusch hört sich so ähnlich an wie Rülpsen.) Dabei können solche Symptome schon erste Anzeichen für eine Magenproblematik sein und damit ein Hilferuf Ihres Pferdes: Aua, mir tut etwas weh! Wenn man zu spät reagiert, kann das Pferd schnell ein Magengeschwür entwickeln.

Weit mehr Pferde sind von Magenentzündungen (Gastritis) betroffen, als die meisten Pferdehalter glauben:

  • Galopprennpferde: bis zu 90 %
  • Trabrennpferde: bis zu 60-80 %
  • Turnierpferde: bis zu 60 %
  • Freizeitpferde: bis zu 30 %
  • Pferde auf der Weide: unter 10 %
  • Fohlen: bis zu 25-50 %

Diese Zahlen sollten auch Sie wachrütteln!

Magengeschwüre sind an unterschiedlichen Symptomen zu erkennen

Pferde sind auch aufgrund ihres sensiblen Nervengerüsts anfällig für Magenerkrankungen. Was Ihnen normal erscheint, ist für Ihr Pferd unter Umständen schon Stress. Pferde sind Flucht- und Herdentiere. Probleme in der Rangordnung sind genauso belastend für Ihr Pferd wie Einsamkeit. Berücksichtigen Sie dies. Als Steppentiere sind Pferde für ständige Nahrungsaufnahme von magerer Nahrung ausgelegt. Freilebende Pferde sind sechzehn Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Fütterungsfehler sind sehr häufig die Ursache von Magenproblemen bei Pferden.

Das Hauptproblem bei der Diagnose eines Magengeschwürs ist die schillernde Symptomatik. Die sichtbaren Anzeichen sind sehr unterschiedlich und keineswegs einheitlich, das macht es uns in vielen Fällen so schwer, Magenprobleme zu erkennen. Es gibt jedoch beim erwachsenen Pferd einige klassische Symptome, die auf ein bestehendes Magengeschwür hindeuten können.

Mögliche Symptome für Magengeschwüre oder Gastritis bei Pferden

Behalten Sie Ihr Pferd im Auge und schauen Sie genau hin

Schon kleine Veränderungen können ein Hinweis auf Magenprobleme sein, hierzu gehören:

  • Häufiges Gähnen
  • Akute oder wiederkehrende Koliken v.a. nach dem Fressen von Kraftfutter
  • Schlechtes oder selektives Fressen
  • Vermehrtes oder reduziertes Trinken
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Gewichtsverlust
  • Leistungsminderung
  • Schlechter Atem
  • Zähneknirschen
  • Aufstoßen
  • Flehmen
  • Leerkauen
  • Kotwasser
  • Verhaltensveränderungen
  • Koppen
  • Weben
  • Headshaking

Die häufigsten Anzeichen sind Fressunlust und ein schlechter Ernährungszustand. Die Verhaltensveränderungen können sich sehr unterschiedlich äußern: das Pferd sondert sich von seinen Artgenossen ab oder es begegnet ihnen aggressiv, es zeigt Unwillen beim Aufsitzen oder ist extrem umtriebig, oder aber es wird apathisch.

Sorgen Sie für einen vollen Magen

Pferde sind auf kontinuierliche Nahrungsaufnahme und damit Kauen ausgelegt. Daher produziert der Pferdemagen auch ständig Magensäure. Wenn der Magen quasi „leerläuft“, weil er über einen längeren Zeitraum nichts zu arbeiten hat, greift die ungenutzte Magensäure die Magenschleimhaut an. Das führt letztlich zu Entzündungen und Geschwüren der Magenwand. Um das zu verhindern, braucht Ihr Pferd die Möglichkeit, den ganzen Tag über Nahrung aufnehmen zu können. Das Kauen wirkt entspannend und regt den Speichelfluss an. Eine rege Speichelproduktion verdünnt die Magensäure und verhindert Übersäuerung und damit die Bildung von Magengeschwüren.

Füttern Sie basisch

Wichtig für eine intakte Verdauung ist ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis. Dazu ist es wichtig zu wissen, was wirkt sauer, was wirkt basisch?

Das ist basisch:

  • Heu
  • Stroh
  • Obst und Gemüse
  • Kräuter
  • Leinsamen
  • Mash

Das ist sauer:

  • Hafer
  • Müsli
  • Silage
  • Die meisten Leckerlis
  • Zucker

Achten Sie also darauf, dass Ihr Pferd möglichst viele basische Futtermittel bekommt und wenig saure. So halten Sie den Säurewert im Magen niedrig und Ihr Pferd bleibt gesund.

Magengeschwür beim Fohlen

Fohlen mit Magengeschwür

Gastroskopie – muss das sein?

Nur bei neugeborenen Fohlen kann man ein Magengeschwür im Kot nachweisen, bei älteren Fohlen und erwachsenen Pferden wird das Blut im Kot abgebaut. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ist sicherlich die zuverlässigste Methode, ein Magengeschwür sicher festzustellen, aber leider auch sehr belastend und risikoreich für das Pferd. Der Tierarzt schiebt die Endoskopkamera (einen flexiblen Schlauch mit einem optischen System) durch die Nase des Pferdes bis zum Magen vor und kann so die Magenschleimhäute inspizieren. Dabei kann es im schlimmsten Fall sogar zu Verletzungen kommen. Vor der Untersuchung muss das Pferd - je nach Futter - 6 bis 23 Stunden hungern und anschließend sediert werden. Wägen Sie daher den Nutzen einer solch belastenden Untersuchung gut ab. Ich rate eher dazu, erst einmal alle möglichen Maßnahmen zu versuchen, die schonender für das Pferd sind. Gehen Sie alle Risikofaktoren durch, die ich bereits aufgeführt habe und stellen Sie das Management Ihres Pferdes magenschonend um.

Dauertherapie mit Medikamenten ist keine Lösung

Säureblocker beim Pferd

Säureblocker Medikamente bei Pferden mit Magengeschwür

Für die Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd verordnet der Tierarzt in der Regal Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen. Säureblocker gehören in der Humanmedizin zu den am häufigsten verschriebenen Arzneien, beispielsweise bei Sodbrennen. Er reduziert die Säureproduktion und unterstützt die Abheilung von Magengeschwüren. Als Erste Hilfe für Magengeschwüre funktioniert das bei Pferden gut. Doch nach Absetzen der Arznei besteht ein hohes Wiedererkrankungsrisiko.

Eine Daueranwendung ist jedoch sehr teuer und greift gravierend in die Funktionsweise des Pferdemagens ein. Denn die Magensäure ist sowohl zum Abtöten von Bakterien als auch für die Vorverdauung von Proteinen wichtig. „Wird die Therapie mit Magensäureblockern über einen längeren Zeitraum fortgesetzt, so können bakterielle Infektionen sowohl im Magen-Darmtrakt als auch in der Lunge auftreten“, warnt die Tierärztin Dr. Dorothee Meyer.

Bei rekonvaleszenten Patienten ist besonders auf das Futter zu achten. Zusätzlich zu den allgemeinen Ernährungstipps gilt hier:

Geben Sie stärkearmes Futter

  • Füttern Sie ausreichend aufquellende Kohlenhydrate (z.B. Leinsaat)
  • Vermeiden Sie stark melassierte Futtermittel
  • Vermeiden Sie säurehaltiges Obst (Äpfel!)

Ursachen bekämpfen mit konsequenter Vorbeugung

Pferde fressen Heu und Gras

Heu für eine problemlose Verdauung

Ein übersäuerter Magen ist letztlich nur der Auslöser von Magengeschwüren. Um die Ursachen von Übersäuerung dauerhaft zu bekämpfen, kann man auf drei Ebenen arbeiten: in Ernährung, Haltung und Training.

Richtiges Futter für einen gesunden Pferdemagen

Ziel der Ernährung sollte sein, die natürlichen Schutzmechanismen zu unterstützen. Säure abpuffernde Substanzen schirmen die Schleimhaut vor der Magensäure ab. Dazu gehören beispielsweise Stoffe, die mit Wasser aufquellen und sich als schützender Film über die Schleimhaut legen.

Ideale Voraussetzungen für eine problemlose Verdauung schafft natürlich der freie Zugang zur Weide. Generell sollten Pferde möglichst viel Heu und Gras, aber möglichst wenig Kraftfutter fressen. Die Ration sollte immer im Einklang mit der Arbeit des Pferdes stehen.

Unsere Futtertipps:

  • Stellen Sie Ihrem Pferd viel Raufutter möglichst rund um die Uhr zur Verfügung
  • Gönnen Sie Ihrem Pferd einen Futterzusatz mit magenschützenden Substanzen (z. B. Kristallkraft Coolly)
  • Füttern Sie möglichst wenig Kraftfutter
  • Füttern Sie Raufutter vor jeder Krippenfuttergabe
  • Verteilen Sie das Futter auf möglichst viele Mahlzeiten
  • Geben Sie abends die größte Heuportion
  • Idealerweise ermöglichen Sie Ihrem Pferd freien Zugang zum Futter
  • Wenn Ihr Pferd schlingt, packen Sie das Heu in ein engmaschiges Heunetz
  • Verteilen Sie im Winter Raufutter auf dem Paddock
  • Vermeiden Sie Fresspausen von mehr als vier Stunden
Naturnahe Stallhaltung für Pferde

Naturnahe Stallhaltung vom Pferd

Naturnahe Haltung als Schutz vor Magenproblemen bei Pferden

Wenn Ihr Pferd nicht im eigenen Stall oder auf der eigenen Koppel steht, können Sie die Haltung nur eingeschränkt steuern, besonders wenn jahrelange Stallroutine das Regiment führt. Dennoch: Die Haltung prägt das Verhalten des Pferdes 24 Stunden lang. Ihr Pferd braucht möglichst viel freie Bewegung (nicht unter dem Reiter), reichlich Auslauf und Kontakt mit Artgenossen, am besten in einer stabilen Gruppe, denn Einsamkeit ist grausam für Pferde. Doch auch die Auswahl der Pferde muss harmonieren. Stimmt die Chemie in der Gruppe nicht, kann dies für einzelne Mitglieder sehr stressig sein. Beobachten Sie daher, ob die Gruppe harmonisch ist und ändern Sie gegebenenfalls die Zusammenstellung wieder. Die Anzeichen von Stress fallen individuell ebenso unterschiedlich aus wie die Ursachen (s. Stress). Es kann hier aber nicht deutlich genug gesagt werden, dass Stressreduktion hilft, Magengeschwüre zu vermeiden.


Unsere Haltungstipps:

  • Gönnen Sie Ihrem Pferd viel freie Bewegung mit Artgenossen
  • Gönnen Sie Ihrem Pferd viel Weidegang
  • Vermeiden Sie längere Transporte
  • Achten Sie auf Verhaltensauffälligkeiten und forschen Sie nach den Ursachen
  • Achten Sie auf Rangordnungsprobleme
  • Lernen Sie die Bedürfnisse Ihres Pferdes kennen
  • Wählen Sie den Stall für die Bedürfnisse Ihres Pferdes passend aus

Leistungsstress als Ursache von Magengeschwüren von Pferden

Im Pferdesport lässt sich Leistungsstress nicht vermeiden. Training und Turniere sind automatisch mit körperlichem und psychischem Stress verbunden. Bei anhaltender schneller Bewegung lässt sich das Hochspritzen von Magensäure nicht verhindern. Darum steigt selbst bei optimaler Haltung und Fütterung mit der Intensität des Trainings die Häufigkeit von Magengeschwüren.

Magenprobleme Stress beim Pferd
Galopprennen

Um die Schäden so gering wie möglich zu halten, sind regelmäßige Schrittpausen nötig. Denn kontinuierliches Training in forcierten Gangarten senkt die Blutzufuhr zum Verdauungstrakt, der erhöhte Druck auf den Bauch drängt den Mageninhalt in den oberen, säureempfindlichen Magenbereich. Den psychischen Leistungsstress können Sie dämpfen, indem man Sie Ihr Pferd positiv motivieren und das Training Schritt für Schritt aufbauen. Versteht das Pferd eine neue Aufgabe nicht, gehen Sie einen Schritt zurück, denn unter Stress kann auch das Pferd nicht lernen. Im Umgang ist es wichtig, selbst stressresistent zu sein. Ihr Stress als Trainer überträgt sich auf Ihr Pferd.

Unsere Trainingstipps:

  • Kontrollieren Sie den Sitz von Sattel und Trensengebiss
  • Überfordern Sie Ihr Pferd nicht
  • Legen Sie zwischen den temporeichen Gangarten kurze Schrittintervalle ein
  • Strukturieren Sie das Training durch mehr oder weniger anstrengende Aufgaben
  • Wählen Sie die individuell passende Belohnung für Ihr Pferd
  • Achten Sie auf ausreichende säurepuffernde Ernährung
  • Bleiben Sie selbst entspannt

Entstressen Sie den Pferdealltag

Freizeitreiten

Pferde lieben Rituale und Routine, sie sind Gewohnheitstiere. Gleichmäßige und sich täglich wiederholende Vorgänge geben Ihrem Pferd Sicherheit und Geborgenheit. Ständig wechselnde Anforderungen und Veränderungen hingegen führen zu Stress. Zuviel Stress wirkt sich unmittelbar auf den Magen aus, die Säureproduktion steigt und das Ergebnis ist eine angegriffene Magenschleimhaut.

Schaffen Sie daher einen festen Tagesablauf für Ihr Pferd und auch einen strukturierten Trainingsrahmen. Gewöhnen Sie Ihr Pferd schrittweise an eine Arbeit, bis diese gut klappt und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad langsam. Machen Sie sich dann an die nächste Aufgabe. Suchen Sie sich eine schöne Strecke für Ihren Ausritt aus und reiten Sie die Strecke öfter, Ihr Pferd freut sich, wenn es die Wege schon kennt und weiß, wo es schnell laufen kann und wo es aufpassen muss.

Fazit:

Das A und O zum Thema Magengeschwür lautet "Prävention", denn Magengeschwüre lassen sich vermeiden. Je naturnaher Sie Ihre Pferde halten und ernähren, desto länger bleiben sie gesund. Achten Sie beim Futter auf viel Heu, Stroh,Gras und Wasser,möglichst frei verfügbar, und dafür wenig stärkehaltiges Futter als guter Schutz vor Magengeschwüren. Kein Pferd würde freiwillig länger als vier Stunden fasten. Als Ergänzung und Schutzpuffer eignet sich ideal Kristallkraft Coolly, um eine Übersäuerung zu verhindern und auch Magenkoliken vorzubeugen. Doch auch die beste Ernährung kann eine Magenproblematik nicht verhindern, wenn das Umfeld nicht stimmt. Ermöglichen Sie daher Ihren Pferden viel Auslauf mit Artgenossen. Stress schlägt Pferden schnell auf den Magen. Zu den häufigsten Stressfaktoren zählen Rangkämpfe ebenso wie überforderndes Training, unpassende Stallnachbarn oder 23 Stunden Stehen und Warten auf den Auslauf. All diese Stressfaktoren können und sollten Sie abstellen, indem Sie die Haltungsbedingungen auf die Bedürfnisse Ihres Pferdes abstimmen.

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