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Magengeschwür beim Pferd – Ursachen, Symptome & Behandlung

Magengeschwüre und Magenprobleme beim Pferd haben viele Gesichter

Pferde fühlen sich wohl in der Herde

Pferde fühlen sich wohl in der Herde

Hatten Sie auch schon einmal mit Magenproblemen beim Pferd zu tun? Oder hatte Ihr Pferd schon mal ein Magengeschwür? Vielleicht ahnen Sie nicht, dass bestimmte Symptome und Verhaltensweisen Ihres Pferdes mit dem Magen zu tun haben. Wussten Sie, dass der Magen und die Magenwand eine ausgesprochene Schwachstelle bei Pferden ist?

Das häufig unerkannte Leid – Magengeschwüre beim Pferd

Magengeschwüre entstehen bei Pferden leider häufiger als man denkt. Der Pferdemagen ist noch ein Wildpferdmagen und nicht für Stallhaltung, Kraftfutter und Turniere konstruiert. In einigen wissenschaftlichen Studien wurde die Häufigkeit von Magengeschwüren beim Pferd untersucht. Die Entwicklung geht dahin, dass etwa bereits 25 bis 50 Prozent aller Fohlen krank sind, fast jedes zweite Freizeitpferd, etwa zwei Drittel der Sportpferde und nahezu jedes Rennpferd. Das alarmierenden Zahlen sollten uns wachrütteln!

  • Galopprennpferde: bis zu 90 %
  • Trabrennpferde: bis zu 60-80 %
  • Turnierpferde: bis zu 60 %
  • Freizeitpferde: bis zu 30 %
  • Pferde auf der Weide: unter 10 %
  • Fohlen: bis zu 25-50 %
Magengeschwür Pferd

Magengeschwür Pferd

Es kann an der Rasse liegen

Vollblüter leiden besonders häufig unter Magengeschwüren. Dies kann ursächlich auch mit der Tatsache zusammenhängen, dass Vollblüter überproportional häufig im Leistungssport eingesetzt werden, mit allen daraus folgenden Belastungen für die Pferde und den Pferdemagen.

Wie funktioniert der Pferdemagen?

Um eine korrekte Verdauung zu gewährleisten, wird kontinuierlich Magensäure produziert. Damit es zu keiner Übersäuerung des Magens kommt, nimmt das Pferd in der Natur in erster Linie Raufutter zu sich, das im Mund durch langes Kauen gründlich eingespeichelt wird. Durch die permanente Futteraufnahme wird vermehrt Speichel gebildet, der die Magensäure neutralisiert. So ist das Pferd ständig in Bewegung, es benutzt seine Kaumuskeln, der Magen hat dauernd zu tun. Das ist der natürliche Zustand für Pferde. Leider wird dies in der Fütterung nicht immer berücksichtigt. Oft wird zu viel Kraftfutter gegeben, zu viele verschiedene Sorten von Ergänzungsfutter und dabei zu wenig Raufutter. Dieses reduziert die Zeit der Futteraufnahme erheblich.

Magensäure wird ständig produziert

Der Magen des Pferdes produziert ständig Magensäure. Kommt diese nicht zum Einsatz, um Nahrung zu verdauen, greift der Magensaft die Magenwand und die Magenschleimhaut an. Auf Dauer können Magenschleimhautentzündungen (Gastritis) und in letzter Konsequenz Magengeschwüre (Ulcus ventriculi) die Folge sein. Für Ihr Pferd bedeutet dies ständige Schmerzbelastung und damit Stress. Das ohnehin, wie bei allen Fluchttieren, empfindliche Nervenkostüm leidet darunter sehr. Vermeintliche Unarten wie Koppen, Weben, Schlagen oder auch Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unruhe sind häufig ein Hinweis auf ein Magenproblem. Ihr Pferd hat Schmerzen und bittet Sie so um Hilfe.
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Magen-Nerven-Spirale

Die Magen-Nerven-Spirale beim Pferd

Magen und Nerven sind bei Pferden eng verknüpft. So schlägt sich eine Magenproblematik automatisch auch auf die Nerven nieder. Jeder, der selbst einmal mit Sodbrennen oder Magenschleimhautentzündung zu tun hatte, kann dies gut nachvollziehen. Neueste Forschungen auf dem Gebiet der Neurogastroenterologie (Lehre von den Zusammenhängen zwischen Gehirn, Magen und Darm) haben gezeigt, dass die Nervenzellen der Verdauungsorgane unmittelbar mit den Nervenzellen im Gehirn verknüpft sind. So wirken sich Verdauungsstörungen auch direkt auf die Psyche aus und führen zu seelischen Verstimmungen.

Welche Ursachen haben Magenprobleme bei Pferden?

Pferde sind Dauer- und Langsamfresser. Je weiter sich der Lebensstil eines Pferdes von seiner ursprünglichen Lebensweise entfernt, desto größer ist die Anfälligkeit für Magenprobleme. Denn der Pferdemagen ist im Verhältnis zur Kapazität des Darms relativ klein und auf permanente Futteraufnahme ausgelegt. Die Hauptursachen für Magenprobleme sind Fütterungs- und Haltungsfehler, die dauerhafte Gabe von Medikamenten, aber auch intensives Training und Stress. Die modernen Haltungsformen von Pferden und die damit verbundene, oft nicht artgerechte Fütterung gehen häufig nicht konform mit den natürlichen Anforderungen von Pferden.
Verdauung Nerven Magenschutz

Falsches Futter begünstigt Magenprobleme beim Pferd

In der Natur fressen Pferde sehr langsam und bis zu 18 Stunden am Tag raufaserreiche Nahrung, so dass der Magen fast nie leer ist. Genau dieses System funktioniert nicht mehr, wenn Pferde zu wenig Bewegung haben, die Zeit der Futteraufnahme durch zu wenig Raufutter zu kurz ist und wenn zu große Mengen Kraftfutter gegeben werden oder wenn die Pferde zu viel Stress haben.

Stress schlägt auf den Pferdemagen

Grundsätzlich können Pferde mit akutem Stress gut umgehen, da sie als Fluchttiere Stress als Überlebensmechanismus in der Wildnis dringend brauchen. Dieser kurzfristige Stress geht aber vorüber und wird durch innere Abläufe des Nervensystems reguliert und durch Flucht abgebaut.Gefährlich wird es für den Magen bei anderen Stressarten, vor denen das Pferd nicht flüchten kann:

leistungsdruck
Leistungsdruck
erhöht das Risiko für Magenprobleme beim Pferd. Intensives Training und Wettkämpfe sind mit erhöhtem Stress verbunden, somit steigt bei Sport- und Rennpferden während der Trainingsphase das Erkrankungsrisiko an. Bei Weidepferden sind Magengeschwüre eine Seltenheit, Traber und Galopper indes sind zu neunzig bis hundert Prozent betroffen.


sozialer stressSozialer Stress kann zu Magengeschwüren bei Pferden führen. Die Ursachen sind unterschiedlich: Ein ungeliebter Boxnachbar oder Betreuer, Rangordnungskämpfe, fehlende soziale Kontakte mit Artgenossen oder Langeweile.
Jedes Pferd reagiert auf seine Weise. Es kann aggressives, aber auch apathisches Verhalten zeigen oder sich bestimmte „Macken“ zulegen. Vermeintliche Unarten wie Beißen, Schlagen oder Flehmen sind häufig Stresssignale. Wir sollten sie daher nicht als „schlechte Angewohnheiten“, sondern als Warnsignale verstehen. Weitere Signale können das Schlagen mit dem Schweif, Zähneknirschen, Nasekräuseln, angelegte Ohren, nervöses Ohrenspiel, ein Blick, der das Weiße in den Augen zeigt, oder aber auch Teilnahmslosigkeit sein.

Stress durch schmerzenStress durch Schmerzen. Pferde haben nahezu keine Schmerzlaute. Wir können Schmerzen am sichersten an ihrer Körpersprache ablesen. Häufiges Flehmen kann z.B. ein Zeichen für Schmerzen sein. Schlecht sitzende Sättel oder Trensen können ebenso Schmerzen auslösen wie chronische Erkrankungen. Haben Pferde Stress, reagiert der Magen sofort, denn die Verdauung wird gestoppt, die Magensäure aber weiter produziert. Ständige Übersäuerung und damit einhergehendes Unwohlsein des Pferdes kann sich auf die seelische Verfassung auswirken. Keinesfalls sind nur Sportpferde betroffen, auch Freizeitpferde und Schulpferde leiden viel häufiger an Magenproblemen als viele Pferdehalter glauben. Sogar bei Fohlen kommen Entzündungen der Magenschleimhaut häufig vor, vor allem nach dem Absetzen von der Mutterstute.

Wie erkenne ich Magenprobleme beim Pferd?

Das Hauptproblem bei der Diagnose eines Magengeschwürs ist die schillernde Symptomatik. Die sichtbaren Anzeichen sind sehr unterschiedlich und keineswegs einheitlich, das macht es uns in vielen Fällen so schwer Magenprobleme zu erkennen. Es gibt jedoch beim erwachsenen Pferd einige klassische Symptome, die auf ein bestehendes Magengeschwür hindeuten können.

Mögliche Symptome für Magengeschwüre oder Gastritis bei Pferden

Behalten Sie Ihr Pferd im Auge und schauen Sie genau hin. Schon kleine Veränderungen können ein Hinweis auf Magenprobleme beim Pferd sein, hierzu gehören:

  • Häufiges Gähnen
  • Akute oder wiederkehrende Koliken v.a. nach dem Fressen von Kraftfutter
  • Schlechtes oder selektives Fressen z.B. bei der Kraftfutteraufnahme
  • Vermehrtes oder reduziertes Trinken
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Gewichtsverlust
  • Leistungsminderung
  • Schlechter Atem
  • Zähneknirschen
  • Aufstoßen
  • Flehmen
  • Leerkauen
  • Kotwasser
  • Verhaltensveränderungen
  • Koppen
  • Weben
  • Headshaking

Die häufigsten Anzeichen sind Fressunlust und ein schlechter Ernährungszustand. Die Verhaltensveränderungen können sich sehr unterschiedlich äußern: Das Pferd sondert sich von seinen Artgenossen ab oder es begegnet ihnen aggressiv, es zeigt Unwillen beim Aufsitzen oder ist extrem triebig, oder aber es wird apathisch.

Hilfe, mein Pferd koppt!

Hilfe, mein Pferd koppt! Kann das am Magen liegen?

Die schlichte Antwort lautet: Ja, es kann. Ganz typisch ist, dass diese Pferde bei der Kraftfutteraufnahme vermehrt koppen. Durch das Koppen wird die Speichelbildung während der Futteraufnahme angeregt. Das Pferd versucht instinktiv gegen die Schmerzen anzusteuern.

Häufig wird vermutet, dass Pferde die koppen, anfällig für Koliken sind. Die Ursache ist jedoch nicht das Koppen. Die Koliken entstehen, weil das Pferd Magenprobleme hat. Viele Pferdebesitzer wissen oft gar nicht, dass Ihr Pferd ein Magenproblem hat und tun Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel Koppen, Zähneknirschen, Flehmen, o.ä. als Untugend ab. (Beim Koppen spannt das Pferd die untere Halsmuskulatur kräftig an und zieht den Kehlkopf zurück. Das dabei entstehende Geräusch hört sich so ähnlich an wie Rülpsen.)

Dabei können solche Symptome Anzeichen für eine Magenproblematik sein und damit ein Hilferuf Ihres Pferdes: Aua, mir tut etwas weh! Wenn man zu spät reagiert, kann das Pferd schnell ein Magengeschwür entwickeln.
Magengeschwür beim Fohlen

Sogar Fohlen können schon Magengeschwüre haben

Die Diagnose: Gastroskopie – muss das sein?

Nur bei neugeborenen Fohlen kann man ein Magengeschwür im Kot nachweisen, bei älteren Fohlen und erwachsenen Pferden wird das Blut im Kot abgebaut. Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) ist sicherlich die zuverlässigste Methode, ein Magengeschwür sicher festzustellen, aber leider auch sehr belastend und risikoreich für das Pferd. Der Tierarzt schiebt die Endoskopkamera (einen flexiblen Schlauch mit einem optischen System) durch die Nase des Pferdes bis zum Magen vor und kann so die Magenwand und die Magenschleimhaut inspizieren.

Dabei kann es im schlimmsten Fall sogar zu Verletzungen kommen. Vor der Gastroskopie muss das Pferd - je nach Futter - 6 bis 23 Stunden hungern und anschließend sediert werden. Wägen Sie den Nutzen einer solch belastenden Untersuchung gut ab. Ist Ihr Pferd akut erkrankt, kann es natürlich sinnvoll und notwendig sein. Eventuelle können Sie erst einmal andere Maßnahmen ergreifen, die schonender für das Pferd sind. Gehen Sie alle Risikofaktoren durch und stellen Sie das Management Ihres Pferdes magenschonend um.

Wie werden Magenprobleme beim Pferd behandelt?

Magensäurehemmer vom Tierarzt helfen bei der Behandlung im Akutfall sehr schnell, sind aber nicht für die Daueranwendung geeignet. Langfristig können sie die Magenschleimhaut sogar schädigen, ganz zu schweigen von den Folgen für den Darm und die Darmflora. Aber Sie als Pferdebesitzer können sehr viel tun, um Magenproblemen vorzubeugen oder Ihrem Pferd beim Heilungsprozess zu helfen.
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Artgerechte Fütterung - Sorgen Sie für einen vollen Magen

Wenn der Pferdemagen quasi „leerläuft“, weil er über einen längeren Zeitraum nichts zu arbeiten hat, greift die ungenutzte Magensäure die Magenschleimhaut an. Um das zu verhindern, braucht Ihr Pferd die Möglichkeit, den ganzen Tag über Nahrung aufnehmen zu können und so den Magensaft zu neutralisieren. Das Kauen durch die Futteraufnahme wirkt entspannend und regt die Speichelbildung an. Eine rege Produktion von Speichel schützt die Schleimhaut, da die Magensäure verdünnt wird und verhindert Übersäuerung und damit die Bildung von Magengeschwüren.

Viel Raufutter gegen Magenprobleme beim Pferd

Sowohl die Fressdauer als auch die Zusammensetzung des Futters spielt eine Rolle. Pferde fressen Getreide schneller, können es aber schlechter verdauen, weil der Magen nicht auf so viele leicht lösliche Kohlenhydrate ausgelegt ist. Darum hat Raufutter einen doppelten Vorteil: Das Pferd produziert mehr Speichel, weil es langsamer frisst, gleichzeitig ist der Magen länger gefüllt. Mit einem Kilogramm Heu ist ein Pferd etwa 40 Minuten beschäftigt und produziert dabei vier- bis fünfeinhalb Liter Speichel. Die gleiche Menge Krippenfutter futtert das Pferd in zehn Minuten, wobei nur ein Liter Speichel fließt. Kurzum: Sorgen Sie für freien Zugang zu Raufutter und somit ausreichender Speichelbildung, sparen Sie beim Leistungsfutter und ermöglichen Sie Ihrem Pferd viel Bewegung.

Füttern Sie basisch

Wichtig für eine intakte Verdauung ist ein ausgewogenes Säure-Basen-Verhältnis. Für die Fütterung ist es wichtig zu wissen, was wirkt sauer, was wirkt basisch?

Das ist basisch:

  • Heu
  • Stroh
  • Obst und Gemüse
  • Kräuter
  • Leinsamen
  • Mash

Das ist sauer:

  • Hafer
  • Müsli
  • Silage
  • Die meisten Leckerlis
  • Zucker

Achten Sie also darauf, dass Ihr Pferd möglichst viele basische Futtermittel bekommt und wenig saure. So halten Sie den Säurewert im Magen niedrig und Ihr Pferd bleibt gesund.

Dauerhafte Therapie mit Medikamenten ist keine Lösung

Dauerhafte Therapie mit Medikamenten ist keine Lösung

Für die Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd verordnet der Tierarzt in der Regal Medikamente, die die Magensäureproduktion hemmen. Säureblocker gehören in der Humanmedizin zu den am häufigsten verschriebenen Arzneien, beispielsweise als Therapie bei Sodbrennen. Er reduziert die Säureproduktion und unterstützt die Abheilung von Magengeschwüren.

Als Erste Hilfe für Magengeschwüre funktioniert das bei Pferden gut. Doch nach Absetzen der Arznei besteht ein hohes Wiedererkrankungsrisiko. Für die dauerhafte Therapie ist der Säureblocker jedoch sehr teuer und greift gravierend in die Funktionsweise des Pferdemagens ein. Denn die Magensäure ist sowohl zum Abtöten von Bakterien als auch für die Vorverdauung von Proteinen wichtig. „Wird die Therapie mit Magensäureblockern über einen längeren Zeitraum fortgesetzt, so können bakterielle Infektionen sowohl im Magen-Darmtrakt als auch in der Lunge auftreten“, warnt die Tierärztin Dr. Dorothee Meyer.

Bei rekonvaleszenten Patienten ist besonders auf das Futter zu achten.

Zusätzlich zu den allgemeinen Ernährungstipps gilt hier:

Geben Sie stärkearmes Futter

  • Füttern Sie ausreichend aufquellende Kohlenhydrate (z.B. Leinsaat)
  • Vermeiden Sie stark melassierte Futtermittel
  • Füttern Sie kein säurehaltiges Obst (Äpfel!)
Heu für eine problemlose Verdauung

Wie wird Magenproblemen beim Pferd vorgebeugt?

Um Ihr Pferd langfristig gesund zu erhalten, sorgen Sie bitte für eine möglichst naturnahe Haltung und Ernährung. Die Mühe lohnt sich, denn bald jedes zweite Freizeitpferd leidet unter Magengeschwüren. Bei naturnaher Haltung sind sie eine Seltenheit. Ein übersäuerter Magen ist nur der Auslöser von Magengeschwüren. Um die Ursachen von Übersäuerung dauerhaft zu bekämpfen, kann man auf drei Ebenen arbeiten: Ernährung, Haltung und Training.

Ernährung - Richtiges Futter für einen gesunden Pferdemagen

Ziel der Ernährung sollte sein, die natürlichen Schutzmechanismen zu unterstützen. Säureabpuffernde Substanzen schirmen die Schleimhaut vor der Magensäure ab. Dazu gehören beispielsweise Stoffe, die mit Wasser aufquellen und sich als schützender Film über die Schleimhaut legen. Ideale Voraussetzungen für eine problemlose Verdauung schafft der freie Zugang zur Weide. Generell sollten Pferde möglichst viel Heu und Gras, aber möglichst wenig Kraftfutter fressen. Die Ration sollte immer im Einklang mit der Arbeit des Pferdes stehen.

Unsere Futtertipps:

  • Stellen Sie Ihrem Pferd viel Raufutter möglichst rund um die Uhr zur Verfügung
  • Gönnen Sie Ihrem Pferd einen Futterzusatz mit magenschützenden Substanzen (z. B. Kristallkraft Coolly)
  • Füttern Sie möglichst wenig Kraftfutter
  • Füttern Sie Raufutter vor jeder Krippenfuttergabe
  • Verteilen Sie das Futter auf möglichst viele Mahlzeiten
  • Geben Sie abends die größte Heuportion
  • Idealerweise ermöglichen Sie Ihrem Pferd freien Zugang zum Futter
  • Wenn Ihr Pferd schlingt, packen Sie das Heu in ein Heunetz
  • Verteilen Sie im Winter Raufutter auf dem Paddock
  • Vermeiden Sie Fresspausen von mehr als vier Stunden
Naturnahe Stallhaltung vom Pferd

Naturnahe Haltung als Schutz vor Magenproblemen bei Pferden

Wenn Ihr Pferd nicht im eigenen Stall oder auf der eigenen Koppel steht, können Sie die Haltung nur eingeschränkt steuern, besonders wenn jahrelange Stallroutine das Regiment führt. Dennoch: Die Haltung prägt das Verhalten des Pferdes 24 Stunden lang. Ihr Pferd braucht möglichst viel freie Bewegung (ohne Reiter), reichlich Auslauf und Kontakt mit Artgenossen, am besten in einer stabilen Gruppe, denn Einsamkeit ist grausam für Pferde. Doch auch die Auswahl der Pferde muss harmonieren. Stimmt die Chemie in der Gruppe nicht, kann dies für einzelne Mitglieder sehr stressig sein. Beobachten Sie daher, ob die Gruppe harmonisch ist und ändern Sie gegebenenfalls die Zusammenstellung wieder. Die Anzeichen von Stress fallen individuell ebenso unterschiedlich aus wie die Ursachen. Es kann nicht deutlich genug gesagt werden, dass Stressreduktion hilft, Magengeschwüre zu vermeiden.

Unsere Haltungstipps:

  • Gönnen Sie Ihrem Pferd viel freie Bewegung mit Artgenossen
  • Gönnen Sie Ihrem Pferd viel Weidegang
  • Vermeiden Sie längere Transporte
  • Achten Sie auf Verhaltensauffälligkeiten und forschen Sie nach den Ursachen
  • Beachten Sie Rangordnungsprobleme
  • Lernen Sie die Bedürfnisse Ihres Pferdes kennen
  • Wählen Sie den Stall für die Bedürfnisse Ihres Pferdes passend aus

Training - Leistungsstress als Ursache von Magengeschwüren von Pferden

Im Pferdesport lässt sich Leistungsstress nicht vermeiden. Training und Turniere sind automatisch mit körperlichem und psychischem Stress verbunden. Bei anhaltender schneller Bewegung lässt sich das Hochspritzen von Magensäure nicht verhindern. Darum steigt, selbst bei optimaler Haltung und artgerechter Fütterung, mit der Intensität des Trainings die Häufigkeit von Magengeschwüren.
Leistungsstress als Ursache Um die Schäden so gering wie möglich zu halten, sind regelmäßige Schrittpausen nötig. Kontinuierliches Training in forcierten Gangarten senkt die Blutzufuhr zum Verdauungstrakt, der erhöhte Druck auf den Bauch drängt den Mageninhalt in den oberen, säureempfindlichen Magenbereich. Den psychischen Leistungsstress können Sie dämpfen, indem Sie Ihr Pferd positiv motivieren und das Training Schritt für Schritt aufbauen. Versteht das Pferd eine neue Aufgabe nicht, gehen Sie einen Schritt zurück, denn unter Stress kann auch das Pferd nicht lernen. Im Umgang ist es wichtig, selbst stressresistent zu sein. Ihre Anspannung als Trainer überträgt sich auf Ihr Pferd.

Unsere Trainingstipps:

  • Kontrollieren Sie den Sitz von Sattel und Trensengebiss
  • Überfordern Sie Ihr Pferd nicht
  • Legen Sie zwischen den temporeichen Gangarten kurze Schrittintervalle ein
  • Strukturieren Sie das Training durch mehr oder weniger anstrengende Aufgaben
  • Wählen Sie die individuell passende Belohnung für Ihr Pferd
  • Achten Sie auf ausreichende säurepuffernde Ernährung
  • Bleiben Sie selbst entspannt

Stress reduzieren - Entstressen Sie den Pferdealltag

Reiter Pferde lieben Rituale und Routine, sie sind Gewohnheitstiere. Gleichmäßige und sich täglich wiederholende Vorgänge geben Ihrem Pferd Sicherheit und Geborgenheit. Ständig wechselnde Anforderungen und Veränderungen hingegen führen zu Stress. Zuviel Stress wirkt sich unmittelbar auf den Magen aus, die Säureproduktion steigt und das Ergebnis ist eine angegriffene Magenschleimhaut. Schaffen Sie daher einen festen Tagesablauf für Ihr Pferd und auch einen strukturierten Trainingsrahmen. Gewöhnen Sie Ihr Pferd schrittweise an eine Arbeit, bis diese gut klappt, und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad langsam. Machen Sie sich dann an die nächste Aufgabe. Suchen Sie sich eine schöne Strecke für Ihren Ausritt aus und reiten Sie die Strecke öfter, Ihr Pferd freut sich, wenn es die Wege schon kennt und weiß, wo es schnell laufen kann und wo es aufpassen muss.

Fazit:

Das A und O zum Thema Magenprobleme beim Pferd lautet Prävention, denn Magengeschwüre lassen sich vermeiden. Je naturnaher Sie Ihre Pferde halten und ernähren, desto länger bleiben sie gesund. Artgerechte Fütterung heißt: Achten Sie beim Futter auf viel Heu, Stroh, Gras und Wasser, möglichst frei verfügbar und füttern dafür wenig stärkehaltiges Futter als guten Schutz vor Gastritis und Magengeschwüren.

Kein Pferd würde freiwillig länger als vier Stunden fasten. Als Ergänzung und Schutzpuffer eignet sich ideal Kristallkraft Coolly, um überschüssige Säure zu binden und Magenkoliken vorzubeugen. Doch auch die beste Ernährung kann eine Magenproblematik nicht verhindern, wenn das Umfeld nicht stimmt. Ermöglichen Sie daher Ihren Pferden viel Auslauf mit Artgenossen. Stress schlägt Pferden schnell auf den Magen. Zu den häufigsten Stressfaktoren zählen Rangkämpfe ebenso wie überforderndes Training, unpassende Stallnachbarn oder 23 Stunden Stehen und Warten auf den Auslauf. All diese Stressfaktoren können und sollten Sie abstellen, indem Sie die Haltungsbedingungen auf die Bedürfnisse Ihres Pferdes abstimmen.

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