Fellwechsel im Herbst

Herbstfellwechsel

Wie verändert sich mein Pferd im Herbstfellwechsel?

Bestimmte Themen wiederholen sich in regelmäßigem Rhythmus im Pferdeleben. Hierzu gehört auch der Fellwechsel, der zwei Mal im Jahr stattfindet. Dabei unterscheiden wir Frühjahrs- und Herbstfellwechsel. Der jetzt stattfindende Herbstfellwechsel findet in zwei Phasen statt. Zuerst wird das weiche feine Sommerfell abgestoßen und durch kurzes dickes Winterfell ersetzt. Dies geschieht oft in sehr kurzer Zeit. Damit ist der Fellwechsel aber noch lange nicht abgeschlossen. In einer zweiten Phase, die mehrere Wochen dauern kann, werden diese festen Oberhaare allmählich länger, während gleichzeitig wolliges weiches Unterhaar gebildet wird. Dieses Unterhaar wird auch Wollhaar genannt und dient der Wärmeisolierung. Es sorgt auch dafür, dass keine Feuchtigkeit an die Haut gelangt. Es ist anders gefärbt als das Oberhaar und leicht gekräuselt. So entsteht zwischen Fell und Haut eine Luftschicht, die als Barriere gegen die Winterkälte dient. Auch die sogenannten Grannenhaare, die beim Pferd unterhalb des Kinns wachsen, werden im Winter viel länger. Sie sind dazu da, Feuchtigkeit vom Pferd wegzuleiten.

Kälte an sich macht Pferden nichts aus. Gefährlich wird es nur, wenn Nässe an die Haut kommt. Dann können Pferde echt frieren und auch krank werden. Doch dazu komme ich später noch. Auch das Langhaar der Pferde, Schopf, Mähne und Schweif werden im Winter länger und dichter. Die Färbung des Pferdes wird meistens insgesamt etwas dunkler. Bis der gesamte Herbstfellwechsel abgeschlossen ist, kann es Dezember werden. Der Gewichtsunterschied von Sommerfell zu Winterfell kann, abhängig von der Pferderasse, einige hundert Gramm betragen.

Winterfellwechsel und Sommerfellwechsel bei Pferden

Bringen Sie Ihr Pferd zum Leuchten

Pferdehaar besteht hauptsächlich aus Keratin. Während des über viele Wochen andauernden Aufbaus des Winterhaares benötigt Ihr Pferd ein Plus an Energie. Daher überprüfen Sie die Zusammenstellung des Pferdefutters und passen Sie diese an die veränderten Anforderungen an. Besonders der Bedarf an hochwertigen Proteinen und Fetten steigt. Allein der Weidegang reicht Ihrem Pferd nicht nun mehr, diesen erhöhten Energiebedarf zu decken.

Stellen Sie Ihrem Pferd daher zusätzlich zur Weide täglich qualitativ hochwertiges Heu zur Verfügung und bei Bedarf Proteine und Öle. Protein benötigt Ihr Pferd bei der Bildung des Keratins, Öle helfen beim Aufbau der schützenden Fettschicht auf der Haut und bringen das Fell zusätzlich zum Glänzen.

Wertvolle Proteine:

  • Bierhefe
  • Leinsamen
  • Chiasamen
  • Heucobs
  • Brennesselsamen
  • Wertvolle Fette:

  • Leinöl
  • Sonnenblumenkerne
  • Schwarzkümmelöl
  • Kalt gepresstes Olivenöl
  • Kalt gepresstes Sonnenblumenöl
  • Achten Sie aber immer darauf, dass die Gesamtmenge dem tatsächlichen Bedarf Ihres Pferdes entspricht. Die Zusätze an Protein und Öl sollten Sie auch nur über den Zeitraum des Fellwechsels füttern, solange der erhöhte Energiebedarf auch tatsächlich besteht.

    Beachte: Zuviel Öl kann Durchfall verursachen!

    Auch bestimmte Mineralien tun Ihrem Pferd jetzt gut. Vor allem Zink, Kupfer, Schwefel und Selen sind wichtige Bausteine für das Haarwachstum. Besonders Braune und Füchse können Sie so richtig zum Leuchten bringen. Hier gilt ebenso, die richtige Dosierung ist entscheidend. Zuviel des Guten kann das Gegenteil bewirken und den empfindlichen Stoffwechsel Ihres Pferdes negativ beeinflussen. Halten Sie sich daher immer an die Fütterungsangaben des jeweiligen Herstellers.

    Entgiften Sie Ihr Pferd vor dem Winter

    Eine weitere gesundheitsfördernde Maßnahme und inzwischen bei vielen Pferdehaltern angekommen ist der Gedanke der Entgiftung. Über den Sommer nehmen unsere Pferde viele Umweltgifte auf. Auch auf der Weide kann die eine oder andere Pflanze wachsen, die nicht so ideal für Pferde ist und den Stoffwechsel belastet. Daher tut eine Entgiftung nach der Weidezeit der Leber gut, unterstützt aber auch das Immunsystem und den Hautstoffwechsel. Das sieht man dann deutlich an der Qualität des Winterfells. Ideal ist eine kombinierte Entgiftung aus Bitterkräutern und Bentonit-Montmorillonit. Die Bitterkräuter regen die Leber und die Nieren zur Ausscheidung an. Die freigesetzten Abfallstoffe und Toxine werden anschließend im Verdauungstrakt gebunden und können so den Körper nicht mehr schädigen oder erneut in den Kreislauf geraten. Auch eine Überlastung der Nieren kann so verhindert werden. Gute Kräutermischungen finden Sie bei Ihrem Futterhändler. Auch homöopathisch kann eine Entgiftung zusätzlich unterstützt werden. Fragen Sie hierzu am besten Ihren Tierheilpraktiker.

    Körperpflege tut Ihrem Pferd gut

    Nehmen Sie sich extra Zeit für die Pflege Ihres Pferdes im Herbstfellwechsel. Durch regelmäßiges Striegeln regen Sie den Hautstoffwechsel an und beschleunigen das Abhaaren. Lassen Sie Ihr Pferd immer zuerst trocknen und gehen Sie dann ran an die Pflege, damit Sie nicht ungewollt Nässe an die Haut Ihres Pferdes bringen. Nasser Schlamm lässt sich ohnehin nicht gut entfernen. Alte ausrangierte Handtücher eignen sich gut zum Abrubbeln. Wenn Ihr Pferd trocken ist, entfernen Sie groben Schmutz mit dem Striegel und massieren dann Ihr Pferd mit einer Noppenbürste. Die gemeinsam verbrachte Zeit tut zusätzlich Ihrer gemeinsamen Bindung gut, denn Ihr Pferd spürt genau, dass Sie ihm Gutes tun wollen.

    Ich hatte ja oben schon erwähnt, dass nicht Kälte gefährlich für Pferde ist sondern Nässe. Ein gesundes Pferd kommt auch bei frostigen Temperaturen bestens klar. Nur Nässe auf der Haut kann Ihrem Pferd gefährlich werden. Dann fehlt die wärmende und isolierende Luftschicht zwischen Haut und Fell, die ein Auskühlen verhindert. Ihr Pferd wird dann frieren, das Immunsystem wird geschwächt und es kann sich erkälten.

    Eindecken ja oder nein?

    Einige Pferdehalter entscheiden Sich für eine ständige Eindeckung Ihrer Pferde, um den Fellwechsel weitestgehend zu unterbinden. Sehr häufig betrifft dies Sportpferde, die ganzjährig trainiert werden oder an Wettkämpfen teilnehmen und immer glatt und glänzend aussehen sollen. Bei permanenter Eindeckung steigt allerdings auch die Gefahr eines Pilzbefalls oder des Befalls von Parasiten, die sich unter der Decke auch sehr wohl fühlen. Daher geben Sie Ihrem eingedeckten Pferd regelmäßig die Gelegenheit, sich im Sand zu wälzen.

    Bei Freizeitpferden fordern Pferdefachleute, Pferde auch im Winter möglichst natürlich zu halten. Das bedeutet auch, auf das Eindecken zu verzichten und dem Pferdekörper die Aufgabe zu überlassen, sich selbst zu regulieren. Nicht Kälte schadet der Gesundheit Ihres Pferdes, sondern Nässe und Zugluft. Hier ist das Risiko im Stall größer als in artgerechter Offenstallhaltung. Pferde mit einem dicken Winterfell, die gut genährt sind und über eine ausreichende Fettschicht verfügen, kommen auch ohne besondere Schutzmaßnahmen gut über den Winter. Wichtig ist, dass Ihr Pferd sich bei Bedarf unterstellen kann und ausreichend Bewegung hat.

    Fazit:

    Der Fellwechsel ist eine anstrengende energieraubende Zeit für unsere Pferde. Entgiften Sie Ihr Pferd. Achten Sie besonders auf hochwertige Proteine und Mineralien beim Pferdefutter. Geben Sie ergänzend etwas Öl. Sorgen Sie für reichlich Bewegung. Widmen Sie der Fellpflege Ihres Pferdes extra Zeit.

    » Entgiftung im Herbst

    Telefonische Beratung

    Sind Sie unsicher welches Produkt passt?

    Kostenlose persönliche Beratung von unserem Experten-Team unter:

    Kontakt 05863 / 98 360 90

    E-Mail Beratung

    Stellen Sie eine Frage zur Produktfamilie per E-Mail

    Einfach per Kontaktformular Kontakt aufnehmen:

    Kontakt Frage stellen